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2. Oktober 2025Mit ihrem Debüt zeigt Ea Othilde, dass hier etwas Großes im Entstehen ist. Jeder Song sprüht vor Potenzial und das Beste daran ist, das ist erst der Anfang.
von Mia Lada-Klein
Mit gerade einmal 20 Jahren setzt Ea Othilde aus Oslo ein beeindruckendes Ausrufezeichen in der norwegischen Musikszene. Nach gefeierten EPs wie „Mary, Aren’t You Tired?“ präsentiert sie nun ihr Debütalbum „I Will Not Be Like That“. Und das ist wirklich kein zartes Erwachen. Es ist eher ein beherzter Paukenschlag. Stilistisch bewegt sich Ea Othilde irgendwo zwischen Noise Rock und Shoegaze, inspiriert von Größen wie PJ Harvey und Radiohead. Ihre Stimme erinnert dabei eindrucksvoll an Dolores O’Riordan von den Cranberries – RIP –, gleichzeitig schafft sie aber eine ganz eigene Aura.
Von schwebend bis minimalistisch: Ea Othildes musikalische Bandbreite
Das Album eröffnet mit dem Titelsong „I Will Not Be Like That“. Eine fast monotone Gitarre zu Beginn, dann steigert sich der Song, wird härter, schwerer. Perfekt für dunkle Kellergewölbe und intensive Solo-Momente mit Kopfhörern. Streicher im Hintergrund setzen eine überraschend raffinierte Note, die im Rock eher selten zu finden ist und tatsächlich direkt neugierig auf die kommenden Tracks macht.
Mit „I’m Ready For Love“ setzt Ea Othilde dann die Streicherspuren gekonnt fort: Hall, ein Chor im Hintergrund und wieder diese feinen Streicher, die den Song angenehm anders klingen lassen. „Will I Be Hearing From You“ erinnert leicht an „Bittersweet Symphony“ von The Verve, aber auch an die schwebende, leicht französische Stimmung à la „Die fabelhafte Welt der Amélie“. Wieder wirken die Streicher wie eine geheimnisvolle Third-Party, die man nicht direkt einordnen kann, aber sofort liebgewinnt.
„It Drives You Mad“ überrascht mit einer akustischen Grundgitarre, schlicht und zurückgenommen. Fast minimalistisch, fast monoton, und gerade dadurch auffällig. Es wirkt, als hätte Ea Othilde kurz innegehalten und gedacht: Weniger ist mehr und ja, das funktioniert. „Postlude“ bringt dann noch ein kurzes Interlude mit Streicher-Highlight, bevor „You’re On The Loose“ das Album mit hallenden Effekten und klassischem Shoegaze-Ausklang beschließt.
Ein Debüt, das keine Wünsche offenlässt
„I Will Not Be Like That“ ist kein chaotisches Genre-Sammelsurium, sondern ein durchdachtes, stimmiges Debüt. Stimme, Songs, Arrangements, alles sitzt. Kleine Extras wie Streicher setzen innovative Akzente, ohne die rockige Basis zu verwässern. Wer dachte, dass ein Debütalbum noch Wünsche offenlassen muss, wird hier angenehm überrascht: Ea Othilde liefert ein beeindruckendes Paket, das neugierig auf mehr macht.
Ea Othilde veröffentlicht „I Will Not Be Like That“ am 3. Oktober via Koke Plate. (Beitragsbild von Hans Olav Settem)





