Du Blonde: Welcome Back To Milk – Album Review

Du Blonde: Welcome Back To Milk – Album Review

Krude Mischung aus Rabauken-Rock und Songwriter-Pop von Beth Jeans Houghton

von Gérard Otremba

Die englische Musikerin Beth Jeans Houghton geht neue Wege. Vor drei Jahren debütierte die in Newcastle geboren Sängerin mit dem Album Yours Truly, Cellophane Nose, ein zwischen Weird-Folk und Indie-Pop changierender Longplayer, von dessen Wunderlichkeit auf Welcome Back To Milk nicht mehr viel übrig ist. Aber jetzt nennt sich Beth Jeans Houghton ja auch Du Blonde, hat ihre damalige Band geschasst und frönt nun einem exibitionistischen Gitarren-Rock. Der Opener „Black Flag“ donnert mächtig los, mit dröhnenden Bratzgitarren und fetten Drums wird ein fieses und stampfendes Indie-Rock-Ungetüm geboren. Schwere Gitarrenriffs stehen auch bei „Chips To Go“ im Mittelpunkt, wo sich Beth Jeans Houghton die Seele aus dem Leib schreit und wie ein Hurricane über uns kommt. Von irrwitzigen Percussion angetrieben wird „If You’re Legal“, nervös, fiebrig, galoppierend. Treibenden Garagen-Rock mit schrägen The Hives-Gitarren und pulsierenden Basslinien haut uns Du Blonde bei „Mr. Hyde“ um die Ohren und in „Hard To Please“ findet sich Houghton im Post-Punk-Rock-Modus wieder.

Es wird einem zeitweise ganz schwindelig im Strudel des Geschwindigkeitsrausches. Insofern ist man dankbar für gelegentliche Stopper. Wenn zum Beispiel an vierter Stelle die Ballade „After The Show“ erklingt. Beth Jeans Houghton singt vergleichsweise gar lieblich, soulfull und am Ende den Carpenters sehr nahe stehend. Sehr berührend später noch die Piano-Ballade „Four In The Morning“. Es ist schon ein krude Mischung aus Rabauken-Rock und gelegentlichen Ausflügen in den Songwriter-Pop, die uns Du Blonde auf Welcome Back To Milk präsentiert. Im Midtempo-Gitarren-Pop-Rock verortet ist „Raw Honey“, während „Hunter“ recht sanft beginnt und in pathetischer Opulenz endet und „Your Entertainment“ mit einen Film-Score-Gitarren-Sound zwischen Western und Pulp Fiction aufwartet, überschwänglich und feierlich. Im ausgeflippten „Mind Is on My Mind“ überschlägt sich Houghton beim Singen und findet darin Unterstützung von Future Islands-Sänger Samuel T. Harring. Mit dem leisen „Isn’t It Wild“ endet Welcome Back to Milk, ein in der Tat wildes Album von Du Blonde.

„Welcome Back To Milk“ von Du Blonde ist am 15.05.2015 bei Mute Records erschienen.


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