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22. Januar 2026Dramatist klingen wie eine rohe Version von Coldplay, damals als die noch richtig „Wow“ erzeugten und nicht nur Mainstream-Pop für die Streaming-Algorithmen machten.
von Mia Lada-Klein
Noch keine einzige Veröffentlichung und trotzdem direkt auf der Bühne vom Wacken Open Air spielen? Was wie ein Albtraum für PR-Strategen klingt, haben Dramatist einfach durchgezogen. Nun erscheint ihr Debütalbum „Wasting Words“ und man kann sich die Frage stellen, wie eine Band, die bisher eher durch Live-Explosionen als durch digitale Präsenz auffiel, überhaupt ein so homogenes Album hinbekommt.
„Black Hole“ und der Einstieg ins Dramatist-Universum
Der Opener „Black Hole“ wirft einen sofort in den
Dramatist-Kosmos. Viel Gitarre, ein paar dissonante Töne am Rand und zunächst ein fast rockiger Start, der das Tempo vorgibt. Schnell ebbt die Anfangseuphorie aber ab, Ruhe kehrt ein, nur um dann mit einem kontrollierten Feuerwerk wieder auszubrechen. Die Dissonanzen sind hier bewusst gewählt und tragen eher zur Spannung als zur Verstörung bei. Die Gitarren bleiben im Vordergrund, die Stimme ist rau und passt perfekt zum Rest. Fast episch anmutende Gitarren erinnern an eine rohe Version von Coldplay, was durchaus als Kompliment gemeint ist, wenn man leider den heutigen Mainstream dieser Band betrachtet.
Indie trifft episches Gitarrenflair
„Disappointed“ zeigt dann eine andere Seite. Indie-Vibes, eine Stimme mit Hall, die wie aus einem Nebel zu kommen scheint und Gitarren, die weiter ihre epische Note durchschimmern lassen. Dramatist scheinen sich übrigens auch nicht für den Streaming-Zwang zu interessieren, der sonst alles in gefühlt acht Sekunden auf den Punkt gebracht …





