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3. März 2026Der Hamburger Singer-Songwriter Dirk Darmstaedter, seit 40 Jahren unterwegs mit The Jeremy Days, Me And Cassity und solo, über sein wunderbares neues Album „The Sound My Mind Makes“
Interview von Werner Herpell
Es kommt nicht allzu oft vor, dass ein Musiker rund 40 Jahre nach Karriere-Beginn sein bestes Album veröffentlicht. Bei Dirk Darmstaedter, dem seit wenigen Tagen 61 Jahre alten Band-Frontmann (The Jeremy Days) und Singer-Songwriter aus Hamburg, könnte es so sein. Und selbst wenn sich das Top-Ranking vielleicht erst mit etwas Abstand, also in ein paar Jahren, endgültig bestätigen lässt: Die am 06.03.2026 auf Vinyl und CD erscheinende Platte „The Sound My Mind Makes“ ist, das darf man wohl jetzt schon sagen, ein herausragendes „Alterswerk“ dieses in Würde und mit Stil gereiften Künstlers. Wir haben mit Dirk Darmstaedter, dem nimmermüden Musiker, Produzenten, Label-Mitgründer (Tapete!) und Pop-Auskenner (Moderator der Sendung „Sounds like Dirk“ bei Radio Bremen!) über seine aktuellen Songs, seine langjährige Laufbahn und seine Songschreiber-Philosophie gesprochen.
„Erstmal das machen, was ich höre, fühle, denke“
Hallo Dirk, schön, mal wieder mit dir über ein neues Soloalbum zu sprechen. Zuletzt hatte ich vor vier Jahren das Vergnügen eines Interviews, als du mit deiner alten Band The Jeremy Days ein Bilderbuch-Comeback hingelegt hast. Jetzt also eine neue Platte unter eigenem Namen – und was für eine. Lass uns beim Albumtitel anfangen: „The Sound My Mind Makes“, vom Online-Translator grob übersetzt mit „Die Geräusche, die mein Verstand macht“. Vielleicht meinst du die Klänge in deinem Kopf, die Musik, die da oben immerzu spielt? Oder, freier übersetzt, die Vorbilder, die dein Songwriting prägen? Wie kam es zu dem Titel, und was bedeutet er tatsächlich?
Dirk Darmstaedter: Der Titel stammt ursprünglich vom gleichnamigen Song. Warum er mir beim Schreiben in den Kopf kam, kann ich heute gar nicht mehr genau sagen. Aber ich finde, er fasst die Entstehung und die wichtigsten Aspekte des Albums gut zusammen: Erstmal das machen, was ich höre, fühle, denke – und weniger das, was andere vielleicht erwarten oder
hören wollen.
Der Titelsong und Opener legt mit Namedropping und vom Sound her nahe, dass du dich tief in der Rock- und Pop-Geschichte verwurzelt siehst. „Sister Ray“, „Sweet Jane“ und „Candy Darling“, das dürfte ein textlicher Bezug auf The Velvet Underground und Lou Reed sein, „Gloria“ könnte sich auf Van Morrison und Patti Smith beziehen, und musikalisch erinnert mich besonders das Ende des Liedes mit der wunderschönen Harmonica an Prefab Sprout und Paddy McAloon. Passen diese Koordinaten?
Dirk Darmstaedter: Gut erfasst — wobei die Verwurzelung bei mir eher bis in die DNA-Tiefe geht. Beim Schreiben poppte mir als erstes „Sister Ray“ in den Kopf, der Velvet-Underground-Klassiker von 1968. Es fühlte sich dann richtig an, noch weitere Protagonisten aus Songs meiner Lieblingsbands einzubauen – sie leben sowieso in meinem Kopf. Gute, alte Freunde, die mich schon ewig begleiten und ganz sanft mitbesti…




