Die Toten Hosen: Laune der Natur – Album Review

Die Toten Hosen: Laune der Natur – Album Review

Den Schicksalsschlägen zum Trotz, feiern Die Toten Hosen auf Laune der Natur weiter

Das letzte Album der Toten Hosen, Ballast der Republik, sprengte vor fünf Jahren alle Bandrekorde und entwickelte sich zum meistverkauften Longplayer der Düsseldorfer Punk-Rock-Formation. Ihr Single-Hit „An Tagen wie dieser“ ist zwar von einer bekannten deutschen Volkspartei arg missbraucht worden, aber das ist Schnee von gestern und „Unter den Wolken“, die erste Auskopplung aus Laune der Natur, werden Angela Merkel und ihre Parteifreunde nach der nächsten Bundestagswahl sicherlich nicht schmettern wollen. Ganz so volksnah und biergartenselig ist dieser Song dann auch wieder nicht geraten. Laune der Natur ist das mittlerweile 16. Studioalbum der Toten Hosen und wie beim Vorgängeralbum half beim Songwriting Campinos Kumpel, der Rapper Marteria. Aus einer Vielzahl von Songideen kristallisierten sich schließlich 15 Stücke, die es auf die neue Platte geschafft haben.

Sounds & Books_Die Toten Hosen_Laune der Natur_CoverKommerziell erfolgreich sind Die Toten Hosen schon sehr lange, selbstverständlich hat sich ihr Musikstil im Lauf der letzten 35 Jahre nuanciert verändert. Sänger Campino ist jetzt 54 Jahre jung und musste seit dem Erscheinen der letzten Scheibe mit seinen Toten-Hosen-Kollegen Andi, Breiti, Kuddel und Vom Ritchie den Verlust zweier wichtiger Bandbegleiter verkraften. Der Tod von Manager Jochen Hülder und Ex-Schlagzeuger Wolfgang „Wölli“ Rohde beeinflusste das neue Werk maßgeblich. „Eine Handvoll Erde“ ist eine berührende Ode an den verstorbenen Hülder und zum Abschluss des Albums spielen Campino und Co. „Kein Grund zur Traurigkeit“ neu ein, ein Song, den Wölli Rohde auf einer Solo-Platte veröffentlichte und hier mit Johnny Cash-Stimme wieder zu hören ist. Alter, Trauer, Abschied sind thematische Schwerpunkte von Laune der Natur, genauso wie das Feiern des Lebens, bei dem der Humor nicht zu kurz kommen („Wie viele Jahre“) und das Politische nicht fehlen darf („Pop & Politik“).

Die Balance aus lauten und ruhigen Songs gelingt den Toten Hosen ganz ausgezeichnet. Die schnellen, rockigen Sachen („Urknall“, „Alles mit nach Hause“, „Unter den Wolken“, „Pop & Politik“, „Energie“) stehen am Beginn des Albums, während  Schwermütig-Intensives wie „Geisterhaus“ sowie teils leisere und dramatische Liebeslieder („Alles passiert“, „Die Schöne und das Biest“, „Lass los“) die zweite Albumhälfte bevölkern, lediglich von den Krachern „Wie viele Jahre“ und „ICE nach Düsseldorf“ unterbrochen. Auch auf Laune der Natur machen Die Toten Hosen so ziemlich alles richtig und feiern mit ihren Fans weiter.

„Laune der Natur“ von Die Toten Hosen ist am 05.05.2017 bei JKP erschienen (Beitragsbild: Paul Ripke).

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