Deutschland im WM-Finale gegen Argentinien

Nur noch einen Schritt vom Titel entfernt

von Gérard Otremba

Nach dem Gala-Auftritt gegen Gastgeber Brasilien trifft die deutsche Nationalmannschaft im Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft auf Argentinien. Im zweiten Halbfinalspiel setzte sich der zweifache Champion mit 4:2 im Elfmeterschießen gegen die Niederlande durch. Nach 90 Minuten und Verlängerung stand es 0:0, folgerichtig musste die Partie vom Elfmeterpunkt entschieden werden. Beim Elfer-Nervenspiel parierte der argentinische Torhüter Sergio Romero die Strafstöße von Ron Vlaar und Wesley Sneijder und kürte sich zum Helden des Tages. Es war ein taktisch geprägtes, schwaches Semifinale. Ganz nach der Devise „Savety first“ entwickelte sich eine überaus langweilige Partie, ohne besondere Höhepunkte und kaum nennenswerter Offensivaktionen. Alles plätscherte so vor sich hin, lustlos und ohne Esprit. Auch Lionel Messi und Arjen Robben fügten sich mühelos in das erschreckend einfallslose und ermüdende Gekicke ihrer Mitstreiter ein und blieben ohne zündende Ideen. So versäumten es die Niederländer, sich für die Finalniederlage von 1978 zu revanchieren und spielen am Samstag in Brasilia gegen den Gastgeber um Platz drei.

Deutschlands Aussichten gegen Argentinien

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Für das Team von Joachim Löw wird es am Sonntag im Maracana-Stadion von Rio de Janeiro eine ganz heikle Angelegenheit. Die Räume, die Brasilien im Halbfinale für das perfekte Umschaltspiel der DFB-Elf öffnete, wird es im Finale nicht mehr geben. Die deutsche Elf wird gezwungen sein, ihr volles Kreativpotential abzurufen, um den engmaschigen, gut strukturierten Abwehrverbund der Albiceleste zu knacken. Aus eigenem Antrieb heraus werden die Gauchos sicherlich auch im Finale das Risiko scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Und um nicht zum wiederholten Mal ein unendlich langweiliges WM-Spiel mit argentinischer Beteiligung zuzulassen, muss die DFB-Equipe die Elf von Trainer Alejandro Sabella zu Fehlern zwingen, was schwierig genug sein dürfte, und zum Mitspielen bewegen. Es ist schon schlimm genug, dass es eine Mannschaft mit diesem fürchterlich enervierenden Ballgeschiebe bis ins Finale geschafft hat, es wäre geradezu grotesk, gewänne dieser Spielstil ausgerechnet bei einer sonst zumeist offensiv geführten Weltmeisterschaft den Titel.

Die Bilanz gegen Argentinien

Nach 1986 (3:2 für Argentinien) in Mexiko und 1990 in Italien (1:0 für Deutschland) stehen sich beide Länder nun schon im dritten WM-Finale gegenüber. Für Deutschland ist es bereits die achte Finalteilnahme, für Argentinien die fünfte. Wie schon gegen Brasilien, weist das DFB-Team auch gegen Argentinien eine negative Bilanz auf. Nach zwanzig Begegnungen stehen sechs Siege neun Niederlagen gegenüber. Bei Weltmeisterschaften jedoch verloren die Adlerträger nur ein Partie, eben das Finale von 1986. Siege gab es in der Vorrunde 1958, im Finale 1990 sowie natürlich im Viertelfinale 2006 nach Elfmeterschießen und vor vier Jahren das berauschende 4:0 in Südafrika. Eini Unentschieden gab 1966 in England. Deutschland geht leicht favorisiert ins Endspiel, doch wie sagte schon Sepp Herberger: „Das nächste Spiel ist immer das schwerste“. Diese Weisheit gilt immer noch. Es bleibt die Hoffnung auf ein schönes Spiel und vielleicht belohnt sich die Generation Lahm, Schweinsteiger, Podolski und Klose endlich mit einem Titel.

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