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1. Mai 2026Ein hundertminütiges Dekker-Solo-Programm mit freiwilligen Helfern in der Großen Freiheit 36
Text von Gérard Otremba, Fotos von Evgeniia Iushkova
Die Party in den 1. Mai kam später. Zunächst jedoch wurde andächtig zugehört am 30.04.2026 in der Großen Freiheit 36 (meistens jedenfalls). Wo Dekker auf seiner Tour zum aktuellen Album „Neither Up Nor Down“ zu Gast war. Der amerikanische Songwriter, vor seiner Solokarriere mit seiner Frau Ruth als Rue Royale bekannt geworden, verzichtete diesmal auf eine Bandbegleitung. Ein Teppich lag auf der Bühne, eine Standlampe, dazu zwei Gitarren, eine akustische, eine E-Gitarre. Mehr war für diesen Abend nicht nötig. Das Bühnenbild evozierte eine gemütliche Wohnzimmeratmosphäre und genau diese bediente Brokkln Dekker.
Früher Konzertbeginn
Aufgrund des zeitlichen Engpasses (die Party-People kennen da einfach keine Gnade) wurde auch auf einen Support-Act verzichtet. So exakt um 19 Uhr startete das Konzert dann aber doch nicht, erst eine knappe halbe Stunde später betrat Dekker in Socken und natürlich mit seinem riesigen, breitkrempigen Hut, der ihm seit Anbeginn des Solistendaseins als Markenzeichen dient, die Bühne der Großen Freiheit. Ursprünglich war ja nur eine Rue-Royale-Auszeit zwecks Familiengründung geplant, aber nun sind schon vier Dekker-Solo-Platten in fünf Jahren erschienen, der Mann hat einen kreativen Lauf. Mit zwei neuen Songs, „Familiar Beat“ und „Let Me Take You“, begann der Songreigen, der sich in seiner angenehm zu hörenden Folk-Pop-Ausrichtung dem strahlenden Hamburger Frühlingswetter anpasste. Man wünschte sich schon in die Open-Air-Arena des Stadtparks.
Dekker und die Rasselbande
Dekkers Musik ist maximal unaufgeregt, nebst den Gitarren setzte er noch gelegentlich eine Bassdrum auf elektronischen Weg mit dem Fuß ein. Etwas Rhythmus für das geschmeidige Tanzvergnügen musste sein. Gelegentliche Ansagen und kleine Anekdoten sorgten für Kurzweil und bei „This Here Island“ trauten sich sogar nach Aufforderung vier mutige und rhythmusbegabte Menschen auf die Bühne, um mit Rasselinstrumenten für Stimmung zu sorgen. Ein Sonderapplaus war ihnen gewiss. Die 100 Minuten waren prall gefüllt, weitere Songs vom neuen Album wie „Today“, „The Dove“ und „Not Feeling Up“ brachten die Fans genauso in Wallung wie „Small Wins“, „Afraid To Die“ oder „Maybe October“. Und ganz am Ende zog Dekker dann auch den Hut vor dem tollen Hamburger Publikum und man konnte in seine Augen sehen. Maximal unaufgeregt, aber mit großer Wirkung.























