Deep Purple: Whoosh! – Albumreview

Deep Purple: Whoosh! – Albumreview

Auf ihrem 21. Studioalbum „Whoosh!“ zeigen sich Deep Purple von eine sehr guten Seite

Zum dritten Mal nach „Now What?!“ und dem auch bei Sounds & Books besprochenen „Infinite“ arbeiteten Deep Purple mit Produzent Bob Ezrin zusammen. Ähnlich wie die beiden überaus erfolgreichen Vorgänger – sowohl „Now What?!“ als auch „Infinite“ stürmten an die Spitze der deutschen Albumcharts – hat „Whoosh!“ alle Ingredienzen, um an die Chartbreaker der Jahre 2013 und 2017 anzuschließen. Der in der Beliebtheit der Fans weit oben rangieremde Dreierpack aus den Frühsiebzigern mit den Alben „Deep Purple In Rock“, „Machine Head“ und „Live In Japan“, der die britische Band in den Hard-Rock-Himmel katapultierte und mit ewigen Klassikern wie „Child In Time“, „Highway Star“, „Lazy“ und natürlich „Smoke On The Water“ aufwartete, bleibt natürlich auch weiterhin unerreichbar.

Deep Purple und die Rock-Kracher mit orchestralem Überbau

Deep Purple Whoosh! Cover earMUSIC Edel

Doch vielleicht geht das Ezrin-Triple als halbwegs ähnlich beliebtes Spätwerk in der Gunst der Anhänger in die Deep-Purple-Historie ein. Erneut fanden sich Ian Gillan, Roger Glover, Ian Paice, Steve Morse und Don Airey mit Bob Ezrin in Nashville für die Aufnahmen des nunmehr 21. Studioalbums ein. Natürlich kann man nach über 50 Jahren Bandgeschichte keine Wunderdinge von Deep Purple erwarten, aber das Quintett zeigt sich auf „Whoosh!“ definitiv von einer sehr guten Seite. Das beweisen die Herren mit dem bei uns bereits als Song des Tages vorgestellten „Throw My Bones“. Ein typischer Purple-Rock-Kracher samt orchestralem Überbau, in dem die Band zeitgemäß in eine bedenkliche und gefährliche Zukunft schaut. Das schneidig-vorwärtstreibende, schwer nach 70ern klingende „Drop The Weapon“ wartet mit einem Doppelsolo von Morse und Airey auf und „We’re All The Same In The Dark“ setzt auf mächtigen Kathedralen-Rock.

Album-Highlights

Zu weiteren Höhepunkten des Albums zählen das wehmütige „Nothing At All“ mit einem brillant aufspielenden Don Airey an den Tasten, der mit seinem Honky-Tonk-Piano auch den erfrischend-frechen Rock’n’Roll-Track „What The What“ veredelt. Wahrscheinlich macht sich hier Gillans Sideprojekt mit The Javelins bemerkbar. Der sakrale Prog-Rock von „Step By Step“ sowie das düster-dräuende „Man Alive“ sind ebenfalls Beispiele ihrer aktuellen Klasse. Dass die Hard-Rock-Giganten noch „And The Adress“, den Opener ihres 1968er-Debüts „Shades Of Deep Purple“, covern, könnte als Hinweis auf das endgültige Ende ihrer Studiokarriere hindeuten. Lassen wir uns überraschen. Zunächst hoffen wir allerdings auf eine für alle Beteiligten gesunde Tour im Jahr 2021, auf der wieder ein Konzert in Hamburg  geplant ist.

„Whoosh!“ von Deep Purple erscheint am 07.08.2020 bei earMUSIC / Edel. (Beitragsbild von Ben Wolf)     

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