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4. Juni 2026Eine großartige Band wie Death Cab For Cutie muss sich nicht mehr „neu erfinden“. Den Mut zum Experiment hat sie aber nicht eingebüßt. Gut so.
von Werner Herpell
Wenn es um die Indierock-Klassiker der Nullerjahre geht, kommt keine ernstzunehmende Kritiker-Bestenliste ohne „Transatlanticism“ (2003) von Death Cab For Cutie aus. Auch zwei Jahre später, als die US-Westküsten-Band um Benjamin Gibbard und (damals noch) Chris Walla offiziell gar nicht mehr Indie, sondern inzwischen zu einem Majorlabel gewechselt war, legte sie mit „Plans“ (2005) eine diese Pop-Dekade definierende, großartige Platte vor. Danach wurde die Volltreffer-Quote zwar geringer, ein wirklich schwaches Werk haben DCFC (einigen wir uns hier auf diese Abkürzung des Bandwurm-Bandnamens) aber bisher nicht gemacht.
Mehr Krautrock, mehr Krach
Und, dies gleich mal zur Beruhigung besorgter Fans, auch „I Built You A Tower“ ist ein Album, das viele alte
Anhänger erfreuen wird. Und vielleicht sogar ein paar neue Interessenten anlocken kann. Wer sich zum gewohnten, latent melancholischen Emo-Sound von Gibbard und seinen jeweiligen DCFC-Mitstreitern (wie im berührenden Opener „Full Of Stars“) schon länger eine gute Dosis raueren Gitarren- und Krautrock, also mehr verzerrte Klänge und Krach gewünscht hat, wird auf dieser Platte fündig (am krassesten im sperrigen „Punching The Flowers“ und in „How Heavenly A State“). Und mag vielleicht bedauern, dass Death Cab For Cutie bei diesen Experimenten zur Neuausrichtung auf halbem Weg stehen geblieben sind.
„How Heavenly A State“ ist derjenige Track, der das Nebeneinander von Band-Tradition und -Fortschritt (alles natürlich immer im DCFC-Rahmen) am klarsten abbildet: Da geht der Riss mitten durch den Song, der mit einem motorischen Bass/Schlagzeug-Groove beginnt und nach knapp zwei Minuten in eine bittersüße Softpop-Melodie kippt, um dann zum noisigen Anfang zurückzufinde…





