David Keenan: What Then? – Albumreview

David Keenan: What Then? – Albumreview

Mit seinem zweiten Album “What Then?” bewirbt sich der irische Songwriter David Keenan für diverse Endjahreslisten

Mit seinem 2020 veröffentlichten Debütalbum „A Beginer’s Guide To Bravary“ räumte David Keenan in seiner irischen Heimat gleich mal ab. Das Album erreichte Platz eins der offiziellen Irish Independent Album Charts und war eine der meistverkauften Vinyl-Album-Veröffentlichungen eines irischen Künstlers im vergangenen Jahr. Aufgrund der Corona-Pandemie musste auch Keenan seine Europa-Tour unterbrechen und begab sich in die Black Mountain Studios in seiner Heimatstadt Dundalk, wo er das von Other-Lives-Mitglied Jonathon Mooney produzierte, erneut bei Rubyworks (Hozier, Wyvern Lingo, Hudson Taylor) erscheinendes Zweitwerk aufnahm.

David Keenan interpretiert das Folk-Genre grenzenlos

David Keenan What Then? Cover Rubyworks

Der irische Musiker interpretiert das Folk-Genre grenzenlos und lotet es teilweise so exzentrisch aus wie einst Tim Buckley in den Spät-60ern und Früh-70ern. Auch der großartige Kollege Andrew Bird scheint ein Freund im Geiste zu sein. Seine Songs und Geschichten sind von Keenans im späten Teenageralter durchgeführter Flucht von Irland nach Liverpool inspiriert, wo er seinen zurückgezogen lebenden Songwriter-Helden Lee Mavers von The La’s aufzuspüren versuchte. Auch sein berauschender Paris-Aufenthalt vor der Pandemie dient als Inspirationsquelle für seine Song-Geschichten. David Keenans Musik bewegt sich weitab vom Radiomainstream und bietet zahlreiche magische Momente. Der perkussiv-stampfende, von Keenan mehr deklariert als gesungener Opener „What The Cried Jo Soap“ könnte aus der Frühphase eines Nick Cave stammen, während das von Sounds & Books bereits als Song des Tages vorgestellte „Bark“ zu spannungsgeladener, orchestraler Theatralik samt Spoken-Word-Passagen neigt.

Folk-Sehnsucht und Melodramatik

Bei „Beggar To Beggar“ überrascht Keenan mit eingängigem Folk-Pop, nur um im anschließenden „Philomenia“ wehmütige Folk-Sehnsucht mit Melodramatik anzureichern. Kein Song wie der andere auf dem wendungsreichen Album „What Then?“. Atemberaubende Richtungswechsel sind häufig innerhalb einzelner Songs zu vernehmen, man höre sich nur das betörende, passagenweise sehr soulige „Hopeful Dystopia“ an. Zu weiteren Highlights zählen die faszinierende Vorabsingle „Peter O Toole’s Drinking Stories” sowie die herzergreifend schöne Ballade „Me, Myself And Lunacy“. Ein für alle Endjahresbestenlisten prädestiniertes Album.

„What Then?“ von David Keenan erscheint am 15.10.2021 bei Rubyworks. (Beitragsbild von Adam Heffernan)

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