Crybaby: Crybaby

Crybaby: Crybaby

Soundtrack für gebrochene Herzen

von Gérard Otremba

Ja, der Name ist Programm. Zum Heulen wird einem schon zumute, wenn Danny Coughlan alias Crybaby seine herzerweichenden und traurigen Lieder singt. Der Crooner aus Brighton schwelgt in seinem selbstbetitelten Debutalbum in großen Gefühlen mit verhaltenen Arrangements. Das erste Stück „I Cherish The Heartbreak More Than The Love That I Lost“ versetzt den Hörer in die End-50 und Früh-60er, Coughlan schmachtet wie einst der (Balladen-)Elvis Presley, verliebt und verletzt, sanft und traurig. „We Supposed To be In Love“ evoziert noch zusätzlich Roy Orbison, das Schmachten wird dringender und aufgeregter, sogar die Instrumente nehmen Fahrt auf, bleiben aber weiterhin schmuckes Begleitwerk zu Coughlans alles überstrahlender Stimme. Geradezu euphorischen und hymnischen Pop liefert uns Crybaby bei „When The Lights Go Out“. Lee Hazelwood lugt um die Ecke, doch die Melancholie bleibt, die in der Ballade „Armies Of Darkness“ leidensvolle Züge annimmt. Noch schmerzlicher geht es bei „This Time It’s Over“ zu. Vielleicht sollte Danny Coughlan mal bei Richard Hawley und Chris Isaak nachfragen, die kennen sich in diesem Metier auch sehr gut aus. Feierlichen Pathos bietet uns Crybaby in „Shame“ und fast schon opulent rockige Züge verbreitet „Twist Of The Knife“. Hier hat einer die Smiths gut studiert. Reduzierter, trauriger und zerrissener dann wieder „Veils“ und brutale Schönheit, wie sie einst der wunderbare Jeff Buckley hervorbrachte, zaubert Coughlan in „Misery Of Love“ und dem abschließenden „What Am I Supposed To Do Now“ auf das Album. Eine herrliche, aus Raum und Zeit gefallene Platte, die all die gebrochenen Herzen wieder hoffen läßt. Romantik!

„Crybaby“ von Crybaby ist bei Cooperative Music erschienen.

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