Courtney Marie Andrews live in Hamburg 2021

Courtney Marie Andrews live in Hamburg 2021

Ein leiser und intensiver Abend im Hamburger Nochtspeicher mit einer Solo-Show der amerikanischen Songwriterin Courtney Marie Andrews

Für die Klasse ihrer Musik ist Courtney Marie Andrews leider immer noch – zumal in unseren Breitengraden – viel zu unbekannt. Die drei zuletzt erschienenen, und von uns rezensierten Alben „Honest Life“ (2017). „May Your Kindness Remain“ (2018) sowie „Old Flowers“ (2020) sind Aushängeschilder der amerikanischen Singer-Songwriter-Szene. Andrews singt in der Tradition einer Emmylou Harris und ihre Kompositionen erinnern an Joni Mitchell und zeitweise an Bob Dylan. Am 12.11.2021 war Courtney Marie Andrews, die schon mit Billy Eat World auftrat und als Gitarristin in der Band von Damien Jurado spielte, im Rahmen ihrer Tournee im Hamburger Nochtspeicher zu Gast, um die aktuellen Songs endlich live – durch Corona dreimal verschoben – vorzustellen.

Das Folk-Rock-Duo Native Harrow als Support

Bevor Andrews mit ihrem Set beginnt, betreten um 20 Uhr Native Harrow die Bühne des Clubs in der Bernhard-Nocht-Straße. Das Folk-Rock-Duo, bestehend aus Sängerin und Gitarristin Devin Tuel und Stephen Harms am Bass und Gitarre, hat 2019 mit „Happier Now“ und 2020 mit „Closeness“ zwei formidable, den Laurel-Canyon-Sound einfangende Alben veröffentlicht und weilt zum ersten Mal in Hamburg. Sie verzücken die anwesenden Gäste an diesem Abend mit ein paar Songs von diesen Platten, Songs, für die andere Künstler den Bund mit dem Teufel eingehen würden,  darunter so wundervolle wie „The Dying Of Ages“, „Smoke Burns“, “Happier Now” und „Can’t Go On Like This“. Gute Idee, Native Harrow als Support zu engagieren.

Courtney Marie Andrews und ihre berührenden Solo-Live-Songs

Courtney Marie Andrews gibt im Anschluss ein Solo-Konzert ohne Begleitband, was eine logische Soundreduktion mancher auf Platte mit aufbrausendem Instrumentarium versehenden Songs zur Folge hat. Aber die 31-Jährige macht das Fehlen des großen Bestecks bei „May Your Kindness Remain“ mit ihrer außergewöhnlich schönen und gleichsam kraftvollen Stimme wett und legt viel Soul in ihren Gesang. „May Your Kindness Remain“ ist der letzte Song, bei dem sich Andrews an der Gitarre begleitet und sich anschließend ans Keyboard setzt, um mit dem sterbensschönen „Guilty“ auf die Zielgerade ihres Hamburg-Konzerts zu biegen.

Andrews verspricht, zukünftig häufiger nach Hamburg zu kommen

Zuvor beglückt sie das Publikum mit berührenden Live-Versionen von u.a. „It Must Be Someone Else’s Fault“, „Burlap String“ und das ihre ganze Joni-Mitchell-Größe hervorkehrende „Irene“, sowie mit Geschichten über das Schauen von Alfred-Hitchcock-Filmen, ihre Nachbarn und über ihren Großvater und dessen Pferd „Pride“. Mit drei weiteren Stücken am Keyboard beendet Andrews ihren Gig und kehrt für zwei Lieder („How You Get Hurt“, „Honest Life“) nochmal kurz zurück. Nach 75 Minuten bedankt sie sich bei der „quiet, sweet and lovely audience“ und verspricht, zukünftig häufiger nach Hamburg zu kommen. Noch eine sehr gute Idee. Ein leiser Abend mit zwei starken weiblichen Stimmen und und großartigen Songs.             

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