Christina Aguilera: Liberation – Album Review

Christina Aguilera: Liberation – Album Review

Christina Aguileras erfreuliche Befreiung aus der Schaffenskrise

Drama kann sie: Erst knapp 1:50 Minuten Orchester-Fanfare, dann 25 Sekunden A capella, dann der erste Song mit prominentem Michael Jackson-Vocal-Sample. Aus allem tönt die Botschaft: Sie ist zurück. Doch wird „Liberation“ den Erwartungen auch gerecht?

Für Christina steht einiges auf dem Spiel: Fünf Milliarden Streams, 36 Millionen verkaufte Alben, dreißig Hits in den US Billboard Hot 100 (darunter fünf Nummer-Eins-Hits) und sechs Grammy Awards hat die 37-Jährige im Laufe ihrer Karriere angesammelt. Wie groß der Druck war, zeigt sich auch an der langen Liste der beteiligten Produzenten: An „Liberation“ wirkten Kanye West, Che Pope, Mike Will Made-It, Anderson.Paak, Jon Bellion, Da Internz, MNEK, Kirby Lauryen, Ricky Reed und Nick Britell mit.

Christina Aquilera Liberation Albumcover RCADas erste Ausrufezeichen setzt sie mit „Sick Of Sittin‘“, einer bluesigen Rocknummer mit 60s-Funkrock-Vibe und einem Mörder-Chorus. Zu den weiteren Highlights zählen die extrem gut gesungene Piano-Ballade „Twice“ und der Feel Good-Song „Accelerate“. Auch „Fall In Line“ sticht heraus, ein Song, mit dem Aguilera das wiedererstarkte Selbstbewusstsein der Frauenbewegung füttert. „Es ist mir wichtig, Botschaften zu senden, die inspirieren und andere Menschen aus ihrer dunklen Ecke herausholen und ihnen das Gefühl geben, dass sie auch eine Stimme haben. Der Song war mir deshalb sehr wichtig“, sagt sie. „Er trägt zur ganzen Stimmung bei und dem Geist, für dich und deine Belange aufzustehen und denjenigen entgegen zu treten, die dir erzählen, dass du keine Rechte hast.“

Schon vorher hat Aguilera gezeigt, dass sie nicht nur als Entertainerin wahrgenommen werden will, sondern auch etwas zu sagen hat. Auf „Liberation“ ist dies mehr denn je der Fall. Manchmal, etwa in den Interludes „Dreamers“ und „I Don’t Need It Anymore“ gerät der Anspruch etwas zu plakativ. Alles in allem aber steht ihr die neue Rolle gut.

Und so steht unterm Strich die Erkenntnis: Aguilera ist zurück. Mit einem Album, das ihr so nicht jeder zugetraut hat. Musikalisch auf der Höhe, mit neuem Selbstbewusstsein und einigen saustarken Song. Mit „Liberation“ schafft sie ihre persönliche Befreiung aus der Schaffenskrise. Erfreulich!

„Liberation“ von Christina Aguilera ist am 15.06.2018 bei RCA / Sony Music erschienen (Beitragsbild: Christina Aguilera, Fotocredit: Milan Zrnic).

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