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20. Januar 2025Seit den Walkabouts steht Chris Eckman für herausragende Americana. Das neue Album entstand aber wieder in Slowenien – und bleibt seinem Stil dennoch treu.
von Werner Herpell
„One… two… three… four…“ – im Zeitlupentempo führt Chris Eckman seine Band in den ersten Song des neuen Albums. Und ebenso gemächlich entwickelt sich dann dieses Lied namens „Genevieve“, dessen Protagonistin doch bitte nach Hause kommen soll. Sechseinhalb Minuten Entschleunigung pur, in denen sich als Textzeile auch der Albumtitel „The Land We Knew The Best“ findet. Es ist ein wunderschöner Auftakt für eine Platte, die Hörer belohnt, die sich Zeit nehmen und auch über lange, langsame Strecken kontemplativer Ambient-Folkrock-Klänge nicht die Konzentration und die Geduld verlieren.
Bekannt als Walkabouts-Frontmann
Chris Eckman, mittlerweile
64, dürfte allen Fans ambitionierter Americana-Musik seit den 80er/90er Jahren und seit seinen Alben mit den Walkabouts bekannt sein. Damals – und zeitweise parallel im Duo Chris & Carla – teilte er sich die Vocals mit der tollen Country-Folk-Sängerin Carla Torgerson (die übrigens im vorigen Jahr mit „Beckonings“ ein starkes Comeback hingelegt hat). Die Torgerson-Rolle übernimmt auf Eckmans aktueller Soloscheibe nun Jana Beltran aus seiner überwiegend slowenischen Band. Warum Folkrock aus Slowenien? Dort lebt Chris Eckman schon seit vielen Jahren mit seiner Familie.
Neue Songs wie „Running Hot“ (mit countryesker Fiddle), „Haunted Nights“ oder „The Cranes“ sind reine musikalische Landschaftsmalerei. Man kann sich gut vorstellen, wie Chris Eckman frühmorgens von irgendeinem slowenischen Berg heruntergeschaut und die Schönheit der Natur danach…





