Childhood: Universal High – Album Review

Childhood: Universal High – Album Review

 

Lohnenswerte Soundveränderung hin zum 70er-Soul

So ist das manchmal mit der Weiterentwicklung oder gar Neuerfindung einer Band. Während es bei Arcade Fire so gar nicht zünden möchte, sich das kanadische Kollektiv für das neue Album Everything Now in Genres ausprobiert, die ihm nicht liegt und darunter die Songideen leiden, gehen Childhood einen wesentlich konsequenteren Weg und landen mit Universal High einen Volltreffer. Die 2010 von Ben Romans-Hopscraft und Leo Dobsen in Nottingham gegründete Band war auf ihrem Debütalbum Lacuna von 2014 noch ganz dem Indie-Pop und  Psychedelic-Rock mit Dub-Einflüssen verfallen.

Davon ist auf dem nun vorliegenden Nachfolger Universal High nicht mehr viel übrig. Im Gegenteil suchen Childhood ihr Heil im Soul der 70er-Jahre. Die Aufnahmen für Universal High fanden im Sommer 2016 in den Maze Studios in Atlanta statt und als Produzent stand Childhood der Fachmann Ben H Allen (Gnars Barkley, Animal Collective) zur Seite. Der Sound von Universal High erinnert an Curtis Mayfield, The Isley Brothers, Isaac Hayes, Shuggie Otis sowie Marvin Gaye und bietet Groove und Entspanntheit. Es changiert zwischen Disco-Soul-Pop und wohligem Westcoast-Strandfeeling. Der Opener „A.M.D.“ vereint beide Seiten der Platte, einen legeren, funky Groove und eine von Harmonie strotzende, sanft gleitende Melodie, ein Al Green stand hier sicherlich ebenfalls Pate.

Wie es sich für einen vernünftigen Disco-Soul-Pop gehört, schwappt der Gesang von Romans-Hopscraft immer wieder ins Falsett. Zu den stärksten Tracks von Universal High gehören das samtene und doch so tanzbare „Californian Light“, das laszive „Cameo“, das treibende „Too Old For my Eyes“, dar dem klassischen Pop-Rock zugewandte Titelsong, sowie das überschwängliche „Don’t Have Me Back“. Childhood betreiben mit Universal High eine Soundveränderung, die sich für die Band definitiv gelohnt hat.

„Universal High“ von Childhood ist am 21.07.2017 bei Marathon Artists / Kobalt Label Services / Rough Trade erschienen.

Childhood - Californian Light

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