Charli Adams: Bullseye – Albumreview

Charli Adams: Bullseye – Albumreview

Die amerikanische Songwriterin Charli Adams changiert auf ihrem Debütalbum „Bullseye“ auf hohem Niveau zwischen Indie und Mainstream

Der Umzug von Alabama nach Nashville war der große und notwendige Schritt für die musikalische Karriere für Charli Adams. Nicht nur traf sie dort Justin Vernon (Bon Iver), der ihr beim Darts-Spiel den Spitznamen „Bullseye“ verpasste,  der nun den Titel ihres Debütalbums trägt, Adams konnte sich endlich mit der eigenen Vergangenheit auseinandersetzen und mit dem konservativ geprägten Umfeld ihrer Heimat abschließen, nachdem sie immer nur den Ansprüchen anderer gerecht zu werden trachtete und darüber verzweifelte. Das Debütalbum also als Katharsis und Bericht über eine ihrer härtesten und gleichzeitig der Heilung dienenden Periode ihres Lebens.

Charli Adams schließt mit ihrer Cheerleader-Vergangenheit ab

Charli Adams Bullseye Cover Color Study

Die Kollegen der internationalen Presse (NPR, The Fader, Billboard, The Line Of Best Fit) geizten schon vorab nicht mit Lob und Taylor Swift fügte sie gar sie zum Weltfrauentag zu einer Playlist der „Powerful Ladies“ hinzu. „Bullseye wurde von Dan Grech (Lana Del Rey) sowie Brian Kierulf (Lady Gaga) produziert und von Patrick Dillett (St. Vincent) gemischt. Nicht ganz zu Unrecht fielen im Zusammenhang mit Charli Adams bereits Vergleiche mit Phoebe Bridgers, Lucy Dacus, Sharon Van Etten oder Angel Olsen. Das vorab veröffentlichte und von Sounds & Books zum Song des Tages gekürte „Cheer Captain“, auf dem Adams mit ihrer Vergangenheit als Cheerleader und Gottesdienstleiterin auseinandersetzt, aber auch „Didn’t Make It“ und der Titeltrack „Bullseye“ beschwören den Indie-Rock-Ansatz der Kollegin Bridgers. Während „Bullseye“ sich am Ende in grungige Gefilde steigert, bleiben „Cheer Captain“ und „Didn’t Make It“ im gemäßigten Midtempo verhaftet.  

Überzeugende Balladen

Ähnlich überzeugend geraten die gefühlvollen Balladen „Headspace“ (feat. Ruston Kelly) und „Seventeen Again“ (feat. Novo Amor). „Remember Cloverland“ hingegen evoziert mit seinen sterilen Drumbeats und den Synthie-Spielereien zu sehr den eher mediokren Teil der 80er-Jahre-Musik. Dorthin tendiert „Get High With My Friends“ ebenfalls, rettet sich aber mit einem tanzbaren, fast an Katy Perry erinnernden Groove. Der ein oder andere Song erscheint zu glatt produziert und schielt schon zu sehr nach Mainstream, aber dann lässt man sich doch wieder von einer eben solchen Power-Ballade wie „Brother With Me“ einfangen.  Adams‘ Texte sind unverstellt, offen und ehrlich, ein großer Pluspunkt dieses Albums, das auf hohem Niveau zwischen Indie und Mainstream changiert.

„Bullseye“ von Charli Adams erscheint am 16.07.2021 bei Color Study. (Beitragsbild von Slater Goodson Dawson Waters)

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