CATT live in Hamburg 2021 – Konzertreview

CATT live in Hamburg 2021 – Konzertreview

Die Berliner Songwriterin CATT trat mit ihrer Band am 07.10.2021 im ausverkauften Hamburger Schanzenzelt als Naturgewalt auf

Schon beim Betreten des Schanzenzelts ist zu erwarten: Das wird ein schön-gemütlicher Abend. Eine Monddekoration im Hintergrund der Bühne stimmt schon mal ein auf das, was zu erwarten ist. Und: Es stehen Instrumente für eine volle Bandbesetzung auf der Bühne. Die Vorfreude steigt! CATT stellt endlich ihr Debütalbum „Why, Why“ live in Hamburg vor: Entstanden ist es umgeben von Natur – im Gartenhaus der Roger Willemsen Stiftung am Rande Hamburgs richtet sie sich Anfang des Jahres 2020 ein kleines Studio mit all ihren Instrumenten ein. In unmittelbarer Nähe zum Wald, dem Ort, wo sie sich seit ihrer Kindheit am wohlsten fühlt, dort findet die 25-Jährige den perfekten Rückzugsort vor, um sich zum ersten Mal voll und ganz ihrer eigenen Musik zu widmen. “Dieses Album hätte man nicht in der Stadt schreiben können”, sagt CATT. Und tatsächlich prägen die Magie und Inspirationskraft des Ortes die Stimmung des ganzen Albums.

Aus der Vergangenheit

Aufgewachsen ist Catharina Schorling (so ihr bürgerlicher Name) in einem Drei-Häuser-Dorf im Wendland und geprägt durch klassische Musikausbildung und die Erfahrungen im Posaunenchor der Kirchengemeinde. Folglich spielt CATT auf der Bühne nicht nur Piano, sondern hat einige Blasinstrumente stets griffbereit. Vor sechs Jahren zog sie nach Berlin, besuchte den Studiengang Musikproduktion an der Hochschule der populären Künste und widmete sich fortan ihrer eigenen Musik, nachdem sie bereits Künstler:innen wie etwa Niels Frevert und Kat Frankie musikalisch unterstützt und mit dem Filmorchester Babelsberg gearbeitet hat.

CATT und die große Inszenierung

Ein paar Minuten nach 20 Uhr betritt die Singer-Songwriterin CATT mit ihrer Band die Bühne: Der groß gewachsene Gitarrist Felix, Paul am Bass und  an der Violine – und auch Schlagzeuger Michel darf ab und an zum Zweitinstrument greifen: zur Akustikgitarre. Es ist das „große Bandfinale“ in Hamburg im Schanzenzelt – und: es ist ausverkauft! Ein großes Wohnzimmerkonzert in 3-G-Variante. „Wilow Tree“ vereinigt sämtliche Stärken von CATT und ihrer Band: Von jazzig bis rockig ziehen die Jungs alle Register, der Sound ist manchmal richtig schön rough. Der Klang im Zelt ist ausnehmend gut (liegt wohl am eigenen Mischer) und auch die Lichtshow setzt mit zunehmender Spieldauer Akzente: Das ist eine große Inszenierung – wie im Theater!

Bei „Curve A Line“ zeigt CATT all ihre Solo-Stärken – und schickt ihre Band in die Pause, denn: sie möchte auf ihre „ganz kleine Band“ nicht verzichten: Piano, Loops und diverse Blasinstrumente. Gitarrist Felix überzeugt in ruhigeren Momenten mit Bottleneck-Slide-Sounds und performt „I Don’t Know How To Talk To You“ als Duo mit Catharina, sitzend an der Akustikgitarre. Zwischendurch fordert CATT zum „Sitztanz“ auf und erzählt so Sachen wie: „Hier oben ist Oma’s Wohnzimmer“,  „2 Grad kälter“ wären ganz gut (die Heizung im Schanzenzelt sorgt tatsächlich für eine ziemlich wohlig-warme Hitze).

Am Ende singen alle im Gospel-Chor

Um 21:20 Uhr kündigt CATT das letzte Lied „How Can I Become“ an, es sei zumindest das letzte, was auf der „schlauen Liste“ steht. Aber: Es folgt noch ein halbstündiger Zugabenblock – mit„Moon“ wird der Abend schön rund gemacht und bei „Motion“ ist noch ein „Uuuuhh“-Chor aus dem Publikum vonnöten, die Band darf erneut aus dem Vollen schöpfen. Harmoniegesänge, laute und leise Passagen. Von elegisch bis krachig, sehr versatil diese Band – 1a ausgebildet an ihren Instrumenten. Dieser Abend war ein Ereignis, CATT und Band sind eine Naturgewalt – und das Publikum war voll dabei, am Ende sangen alle gemeinsam im Gospel-Chor!

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