Carolina Lee: Haunted Houses – Albumreview

Carolina Lee: Haunted Houses – Albumreview

Die Berliner Band Carolina Lee debütiert auf “Haunted Houses” mit sanftem Psychedelic-Indie-Dream-Folk

Es benötigt nur einige wenige Takte des Openers „Blossoms“, um die Zeit zurückzudrehen und uns in die 90er-Jahre zu katapultieren. In die 90er des Indie-Folk von Mazzy Star, wohlgemerkt. Das Berliner Quartett Carolina Lee schickt uns nicht nur in die jüngere Vergangenheit, sondern lässt nebenbei die Zeit schlicht stillstehen mit seinem dezent instrumentierten, gedimmten und meistens zeitlupenartigen Sound. Carolina Lee, das sind Sängerin und Gitarristin Nadja Carolina, Jule Schröder (Bass, Gesang), Simon Grote (Gitarre, Orgel, Gesang) und Lutz Oliver (Schlagzeug, Gitarre).

Magische Musik von Carolina Lee

Carolina Lee Haunted Houses Albumcover

Ihr Debütalbum „Haunted House“ wurde von Max Braun, der noch zusätzlich Gitarre, Synthesizer und Percussion beisteuerte und bereits BRTHR und Karwendel produziert hat, im Studio Areal 51 in Stuttgart aufgenommen und enthält insgesamt acht Songs. Das Quartett verbindet Indie-Folk mit Psychedelic-Indie-Pop und scheut sich nicht vor blues-jazzig anmutenden Untertönen wie in „Crossroads“. Neben Mazzy Star mögen die Cowboy Junkies als Referenz herhalten und aufgrund des betörenden Sprechgesangs Carolinas scheint die Velvet-Underground-Muse Nico ebenfalls nicht weit entfernt. Nicht nur langsame und leise Musik erwartet die Hörer auf „Haunted House“, es ist auch poetische, nachdenkliche, verträumte, manchmal traurige, aber stets magische Musik. Musik, die einem im positivsten Sinn den Kopf verdreht.

Das Leben versüßende Kompositionen

Und der perfekte Sound für dunkle Wintertage, an denen man sich nur allzu gerne unter die Decke auf der Couch verkriecht. Dass dann mal eine störrische Gitarre am Ende von „Forsaken In The Sky“ für Dissonanzen sorgt, geschenkt. Dauert auch nur ein paar Sekunden. Carolina Lee nehmen nicht nur mit Mazzy Star Verbindung auf, sie kokettieren auch unverblümt mit Sixties-Seventies-Folk („Two Flowers“) oder erreichen die schwermütige Schönheit des Hamburger Duos Ivy Flindt im Closer „My Love“. Acht filigrane, einem das Leben versüßende Kompositionen. Ein starkes Debütalbum.

„Haunted Houses“ von Carolina Lee erscheint am 15.12.2021 bei Marzipan Records. Weitere Informationen befinden sich auf Bandhomepage. (Beitragsbild: Pressefoto)   

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