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22. Dezember 2024
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23. Dezember 2024Die Liste der Bücher des Jahres 2024 bei Sounds & Books. U.a. mit Iris Wolff, Frank Schulz, Sarah Pines, Arno Geiger und Percival Everett
ausgewählt von Gérard Otremba
Zwei Debütromane sind diesmal sogar direkt in die Top-5 meiner Lieblingsbücher des Jahres 2024 eingezogen und zwei dicke Wälzer mit mehr als 700, respektive mehr als 800 Seiten befinden sich unter den fünfzehn besten von mir dieses Jahr gelesenen Büchern. Am Ende des Jahres kurz und bündig zusammengefasst. Ich wünsche viel Vergnügen mit der Liste der
Bücher des Jahres 2024
Die Meisterin des impressionistischen Realismus. Melancholisch, sanft und poetisch fängt Iris Wolff in ihrem zu Beginn des Jahres bei Klett-Cotta veröffentlichten neuen Roman die Freundschaft und Liebe zwischen Kato und Lev während Zeiten des Umbruchs ein. „Lichtungen“ hat es verdientermaßen auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2024 geschafft. Bei mir hat der Roman gewonnen.
2. Scott Alexander Howard: Das andere Tal
Ein atemberaubender, durchaus beklemmender Debütroman des kanadischen Philosophen Scott Alexander Howard. Der im bei Diogenes erschienenen „Das andere Tal“ die Möglichkeiten der Zeitreisen auslotet. Klug durchdacht, genial konzipiert und faszinierend erzählt.
3. Frank Schulz: Amor gegen Goliath
Ein brillanter Gegenwartsroman auf 750 Seiten zwischen Klimakrise und Corona-Pandemie. Mit Eckhard-Henscheid-meets-Frank-Schukz-Humor und überbordender Fabulierlust- und Kunst. Herausragend und deshalb auf dem Treppchen meiner Liste der Bücher des Jahres 2024 bei Sounds & Books. Erschienen im Galiani-Verlag Berlin.
4. Sarah Pines: Der Drahtzieher
Noch so ein großartiger Debütroman aus dem Hause Diogenes. Die in New York arbeitende, deutsche Journalistin Sarah Pines entführt uns in das Sauerland des Jahres 1926. Ein sprachlich ambitionierter Roman über das dekadente deutsche Großbürgertum. Pines kann einfach verdammt gut erzählen.
Everetts wunderbare Hommage an Mark Twains „Huckleberry Finn“-Abenteuer. Von Percival Everett aus der Perspektive des Sklaven Jim erzählt und immer noch brandaktuell. Wie schon zwei weitere Werke („Die Bäume“ belegte Platz 1 in der Liste der Bücher das Jahres 2023) des afroamerikanischen Schriftstellers ist auch „James“ bei Hanser erschienen.
Ich bin bekennender Fan von Coming-of-Age-Geschichten und Erdmöbel-Sänger Markus Berges macht es in „Irre Wolken“ halt auch irre gut und spielt mir mit seinem bei Rowohlt Berlin veröffentlichten neuen Roman voll in die Karten. Gute Musik aus den 80er-Jahre inklusive.
7. Arno Geiger: Reise nach Laredo
Arno Geiger schreibt über die letzten Wochen von Karl V. Kein Historienkram, sondern viel Fiktion und ein superber Roman über Unbeschwertheit, Freiheit und das ganze Leben. Der Österreicher bleibt halt ein begnadeter Erzähler.
8. Barbara Kingsolver: Demon Copperhead
Die Amerikanerin dichtet „David Copperfield“ von Charles Dickens neu, erhält den Pulitzer-Preis und macht alles richtig. Überwältigend (nicht nur die fast 900 Seiten), prall, sozialkritisch, humorvoll, ein Lehrstück und ein süchtigmachender Pageturner.
9. Michael Köhlmeier: Das Philosophenschiff
Noch so ein feinsinniger Schriftsteller aus Österreich, der in diesem schmalen Band virtuos verschiedene Erzählstränge verknüpft und die Leser ins Jahr 1922 schickt. Auf ein Philosophenschiff, mit dem die sowjetische Regierung damals unliebsame Intellektuelle des Landes verwies.
10. Leonardo Padura: Anständige Leute
Ein neuer Padura-Roman mit Mario Conde ist bei mir quasi gesetzt. So auch in der Liste der Bücher des Jahres 2024. Diesmal mit reichlich Krimihandlung, aber auch gewohnt viel Conde-Melancholie ausgestattet. Ein wichtiger zeitgenössischer Autor.
11. Salih Jamal: Vor der Nacht
Dringlich, poetisch-impulsiv und mitreißend. Ein Roman, in dem es um alles geht. Um den Sinn des Lebens, die große Schuldfrage, die Liebe, den Tod und um Träume und Sehnsüchte. Die Sprache Jamals lässt einem beim Lesen nicht mehr los.
Ein mit knapp 200 Seiten sehr kurzer, aber vortrefflicher und intensiver Roman über Trauerverarbeitung, Schuldgefühle, Einsamkeit und einen nicht ganz einfachen Neubeginn in Pandemiezeiten. Von Jürgen Bauer nonchalant und mit viel Charme erzählt. Ein großes Lesevergnügen.
13. Benedict Wells: Die Geschichten in uns
Okay, kein Roman, aber immer noch heißt der Autor Benedict Wells. Der hier viel von seinem Leben preisgibt, literarische Ratschläge erteilt und schöne Geschichten erzählt.
14. Aris Fioretos: Die dünnen Götter
Das Leben des Television-Musikers Tom Verlaine steht Pate für den neuen Roman von Aris Fioretos. Mit überbordender Lust und viel Leidenschaft am Sujet erzählt.
15. Amor Towles: Eve
Ein schwereloses literarisches Vergnügen, dieses Eintauchen in die amerikanische Filmszene des Jahres 1939 von Amor Towles. Mit Olivia de Havilland in einer wichtigen Rolle und der toughen, klugen und schönen Eve als Hauptfigur. Sehr amüsant.




