Bright Eyes: Down In The Weeds, Where The World Once Was

Bright Eyes: Down In The Weeds, Where The World Once Was

Starkes Comeback-Album von Bright Eyes nach neun Jahren Pause

Die Indie-Lieblinge um Conor Oberst sind zurück. Neun Jahre nach dem letzten, an dieser Stelle besprochenen Album „The People’s Key“ rücken Bright Eyes nun mit „Down In The Weeds, Where The World Once Was“ wieder ins Rampenlicht. Mit Alben wie „Fevers And Mirrors“, „Lifted Or The Story Is In The Soil, Keep Your Ear To The Ground“ und „I’m Wide Awake, It’s Morning“ stand die Formation in an der Spitze der Indie-Folk-Rock-Bewegung der Nuller-Jahren und das von Songwriter Conor Oberst in jungen Jahren mitgegründete Label Omaha Records, das Bands wie Rilo Kiley und Azure Ray hervorbrachte, der Nabel der Indie-Folk-Rock-Welt.

Bright Eyes enttäuschen nicht

Bright Eyes Down In The Weeds Where The World Once Was Cover Dead Oceans

Oberst begann Bright Eyes als Ein-Mann-Unternehmen, bevor Mike Mogis und Nat Walcott als ständige Mitglieder dazustießen und von befreundeten Musikern bei den Aufnahmen Unterstützung fanden. Oberst war in der Zwischenzeit als Songwriter natürlich nicht untätig. Zuletzt erschienen seine auch bei Sounds & Books vorgestellten Solo-Alben „Ruminations“ und „Salutations“ sowie die Kooperation mit Phoebe Bridgers unter Better Oblivion Community Center. Zweifellos alles wunderschöne Alben, aber die Ankündigung eines neuen Bright-Eyes-Albums erfreute einen dann doch sehr. Und Oberst, Mogis, Walcott und Freunde enttäuschen natürlich nicht.

Bright Eyes verwöhnen mit Streichern, Bläsern und Chören

Die Band fährt das ganze Grandezza-Programm auf, entzücken mit Streichern, Bläsern, Chören und sogar mit Dudelsäcken beim bei uns als Song des Tages vorgestellten „Persona Non Grata“. Über all den elegischen bis opulenten Klängen steht natürlich Conor Obersts brüchig-barmende Sehnsuchtsstimme, die seine Leiden noch immer in schönster Form transportiert. Bereits mit dem orchestralen und schwelgerischen Pomp von „Dance And Sing“ gerät man in Verzückung und einige weitere, überwältigende Songs folgen. Direkt anschließend zum Beispiel „Just Once In The World“, das zwischen melancholisch-romantischer Lieblichkeit und perkussiven Sturm-und-Drang-Passagen changiert.

Weitere Album-Highlights

„Mariana Trench“ hingegen wird von trockenen Beats und fließenden Synthies dominiert, ähnlich wie das schwermütige „One And Done“, das noch mit Piano, Streichern und später Bläsern in die dunklen Abgründe schaut. Herrlich natürlich Obersts inbrünstiger Gesang beim sehr poppigen „Tilt-A-Whirl“, seine Intensität im pianobetonten  „Hot Car In The Sun“ sowie die Wehmut im chorgeprägten und cineastischen „Forced Convalescence“. Mehr als souverän haben Bright Eyes die neunjährige Pause gemeistert und zeigen sich auf ihrem Comeback-Album in starker Form.

„Down In The Weeds, Where The World Once Was“ von Bright Eyes erscheint am 21.08.2020 bei Dead Oceans / Cargo Records. (Beitragsbild von Shawn Brackbill)

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