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26. August 2025Seine Piano-Jazz-Cover von Nick Drake, Radiohead oder den Beatles sind legendär. Gelingt Brad Mehldau bei Elliott Smith ein ähnlich genialer Brückenschlag?
von Werner Herpell
Stil-Grenzen, gar ein genügsames Verharren im Jazz-Elfenbeinturm, das gibt es für Brad Mehldau schon lange nicht mehr. Ja, eigentlich gab es das noch nie in seiner über 30-jährigen Karriere als Solokünstler und als Teamplayer. Von Klassik (mit Bach-, Mozart- oder Fauré-Adaptionen) über Folk und Pop bis Progressive-Rock, Spiritual- und Avantgarde-Musik nähert sich dieser derzeit wohl beste, zumindest wichtigste Jazz-Pianist der Gegenwart allen „fremden“ Genres mit der selben Neugier und der selben Virtuosität wie seinem eigentlichen Metier.
Nach den Beatles nun Elliott Smith
Wenn der seit kurzem 55 Jahre alte US-Amerikaner nun dem tragischen Singer-Songwriter Elliott Smith (1969-2003) ein ganzes Album widmet (wie vor zwei Jahren den Beatles), dann weiß man eigentlich schon vorher: Das wird
etwas Besonderes, ein weiterer ambitionierter Brückenschlag, hier wird sich ein genialer Musiker tief in die ihm am Herzen liegenden Cover-Versionen versenken. Und so ist es auch – man schaue sich nur die Live-im-Studio-Videos an.
Mit „Ride Into The Sun“ schafft Mehldau das Kunststück, den melancholischen Kern von zehn Smith-Liedern freizulegen, die wunderschönen Melodien aber nicht lediglich respektvoll nachzuspielen, sondern sie mit Improvisationen und Abschweifungen zu erweitern – und in vier Eigenkompositionen seine ganz persönliche Lesart des depressiven, mit nur 34 Jahren durch Suizid aus dem Leben geschiedenen Songwriters zu präsentieren.
„Songbook-Album“ mit Top-Begleitern
Das langjährge Mehldau-Label Nonesuch Records spricht von einem „Songbook-Album“, das der in alle Richtungen offene Jazz-Piano-Großmeister mit einigen herausragenden, ebenfalls genre-unabhängigen Musikern aufnahm. Daniel Rossen von de…





