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17. April 2026Mit „Stabile Poesie“ bricht Bosse mit dem geschlossenen Konzept von „Übers Träumen“ und greift stattdessen unterschiedliche Themen auf, die ihn gerade beschäftigen.
von Mia Lada-Klein
Bosse macht wieder das, was er am besten kann: deutschsprachigen Pop, der so tut, als wäre er leicht, dabei aber ständig an den schweren Themen entlangschrammt. „Stabile Poesie“ heißt das neue Album, und ja, stabil ist hier vor allem die Fähigkeit, Melancholie tanzbar zu verpacken. Nach dem geschlossenen Konzept von „Übers Träumen“ lässt Bosse diesmal die Zügel lockerer. Kein roter Faden, eher ein Sammelbecken dessen, was gerade drückt, beschäftigt oder leise im
Hintergrund nagt.
Zwischen Klavier, Beat und bittersüßer Erkenntnis
Der Opener „Liebe hat nicht ewig Zeit“ mit Tim Fischer beginnt klassisch: Klavier, Streicher, große Gefühle. Die Botschaft ist simpel und unangenehm wahr zugleich: Liebe ist kein Dauerzustand, sondern eher ein Zeitfenster mit Ablaufdatum. „Ouvertüre“ dreht das Ganze leicht ins Poppige, mischt Streicher mit Beat und verbindet Klassik mit modernem Elektropop. Bei „Flackern“ wird es wieder lieblich, bzw. kommt die Liebe wieder auf den Tisch, mit Synths im Hintergrund und einem treibenden Beat, der zum Tanzen einlädt. Liebeslieder können also auch schnell und tanzbar sein.
Bosse und seine Poesie mit Ansage
„Einmal alles bitte“ mit Clara Lösel bringt eine andere Energie rein. Spoken Word trifft auf hymnischen Indie-Pop und plötzlich geht es nicht mehr nur ums Fühlen, sondern ums Handeln. Scheitern, Aufstehen, weitermachen. Keine halben Sachen, da…




