Bob Dylan: Trouble No More – The Bootleg Series Vol. 13 / 1979-1981 – Album Review

Bob Dylan: Trouble No More – The Bootleg Series Vol. 13 / 1979-1981 – Album Review

 

Mehr Licht als Schatten

Für Bob Dylan und seine Fans war es die größte Zäsur seit 1965. Damals wandten sich zahlreiche Folkpuristen entsetzt von Dylans Griff zur elektrischen Gitarre von ihrem langjährigen musikalischen Sprachrohr ab, 1979 überraschte der Meister seine Anhänger mit der Hinwendung zum Christentum. Auf seiner Tour zum Album Slow Train Coming traten Gospelsängerinnen auf und Dylan weigerte sich, die alten Hits zu spielen. Der einstige Rock-Messias, eine Rolle, gegen die Bob Dylan sich jedoch immer sträubte, fand Zugang zum Erlöser und zahlreiche Jünger verließen den Dylan-Pfad.

Sounds & Books_Bob Dylan_Trouble No More_CoverDieser schwierigen, christlichen Bob Dylan-Phase widmet sich die 13. Ausgabe seiner beliebten Bootleg Series, alles Live-Aufnahmen aus den Jahren 1979-1981. Auf der Doppel-CD und 4LP-Version sind insgesamt 30 Songs versammelt, darüber hinaus existiert ein Deluxe-Box-Set mit insgesamt acht CDs, Buch und einer DVD. Fans mögen Dylan die religiös-spirituellen Jahre nicht verzeihen, schlechterdings können sie aber behaupten, er habe während seiner Konzerte miese Musik gespielt. Mit Schlagzeuger Jim Keltner, Bassist Tim Drummond, den Gitarristen Fred Tackett und Steve Ripley sowie Terry Young und Spooner Oldham an den Keyboards (auch Al Kooper und Carlos Santana waren zeitweise mit von der Partie) fand Bob Dylan Unterstützung von Meistern ihres Fachs. Okay, es war nicht der Rock’n’Roll mit den Hawks und The Band, aber Dylan singt so prononciert wie lange nicht und die Gospeldamen in unterschiedlicher Besetzung so beseelt und überzeugend wie irgend nötig für das Sujet.

Die Doppel-CD enthält drei bislang unveröffentlichte Stücke, darunter das euphorische „Ain’t Gonna Go To Hell Anybody“, aufgenommen am 24.04.1980 in Montreal, das bluesige „Ain’t No Man Rightous, No Not One“ (16.11. 1979, San Francisco) sowie das boogie-rocknrollige „Blessed Is The Name“ (20.11.1979, Santa Monica). Und eine Aufnahme aus Deutschland, „Gotta Serve Somebody“ vom 15.07.1981, Bad Segeberg, hat es ebenfalls auf die Bootleg Series Vol. 13 geschafft. Für viele Dylan-Fans ist diese Zeit noch immer ein rotes Tuch, doch gibt es auf Trouble No More mehr Licht als Schatten.

„Trouble No More – The Bootleg Series Vol. 13 / 1979-1981“ von Bob Dylan ist am 03.11.2017 bei Columbia Records / Sony Music erschienen.

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