Boardwalk: Boardwalk

Boardwalk: Boardwalk

Zauberhafter Dream-Pop des kalifornischen Duos Boardwalk

von Gérard Otremba

Fast zu schön, um wahr zu sein, was uns das in Los Angeles ansässige Duo Boardwalk auf ihrem selbstbetitelten Debutalbum kredenzt. Sängerin Amber Quintero singt ihre Texte so schön verträumt und versponnen wie sonst nur Hope Sandoval von Mazzy Star. Schon im Eröffnungsstück „I’m Not Myself“ haucht die in Mexiko aufgewachsene Amber Quintero ins Mikro, begleitet von Mike Edge, der die Gitarrentöne im zarten Jingle-Jangle-Modus zelebriert und für die sanfte Programming-Geräuschkulisse verantwortlich zeichnet, die aus von ihm selbstgebauten Mics, Pre-Amps und Konsolen stammt. Mike Edge baut seiner Sängerin einen erhabenen Klangteppich, auf dem Quinteros liebreizender Gesang in andere Sphären driftet. Bei „What’s Love“ scheint die Zeit still zu stehen, der Song fließt nur noch im Zeitlupentempo dahin, der ideale Soundtrack für so viele Kiffer da draußen. Während die Gitarre mit perlenden Akkorden den Hörer umgarnt, singt Amber Quintero Überaus verführerisch den Song „Crying“. Wirklich jedes Lied auf Boardwalk klingt zerbrechlich und ätherisch. Aber auch warm, intensiv, gefühlvoll und intim. Über „It’s Over“ und „Oh Well“ legt sich die Düsternis, „Keep The Wolf“ schwebt und halluziniert, und „As A Man“ ist nichts anderes als traumhafter Gitarren-Pop mit zauberhaftem Gesang, während „High Water“ dicht gefolgt von „Some  Things“ ins All driftet. Die perfekte Symbiose gehen Amber Quintero und Mike Edge beim Abschlusssong „I’m To Blame“ ein. Quinteros Stimme zum Verlieben, der weiche Keyboardsound als Unterlage, die Gitarre verspielt und entrückt, dieser Song strotzt vor Schönklang. Man kann sich beim Hören von Boardwalk einfach fallen und in andere Welten entführen lassen. Herzallerliebste Kompositionen, angesiedelt irgendwo zwischen Mazzy Star und Beach House.

 „Boardwalk“ von Boardwalk ist am 18.10.2013 bei Stones Throw / Rough Trade erschienen.


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