Bill Bryson: Eine kurze Geschichte des menschlichen Körpers

Bill Bryson: Eine kurze Geschichte des menschlichen Körpers

Neues, opulentes Werk von Bill Bryson

Wenn Bill Bryson zu einer seiner „kurzen“ Geschichten ansetzt, holt man sich am besten schnell noch ausreichend Proviant und Kaffee sowie einen leeren Notizblock. Denn man will nichts verpassen und sich am besten alles notieren wollen, was der erfolgreichste englische Sachbuchautor der Gegenwart von sich gibt. Nach der kurzen Geschichte „von fast allem“, jener von den „alltäglichen Dingen“ nun also die des menschlichen Körpers. Wie immer ein üppiges Werk, diesmal 660 Seiten stark. Wie immer keine Seite zu lang. Bryson ist nicht nur allwissend ohne Klugscheißer zu sein, er ist zudem ein fantastischer Erzähler. Einer mit Humor, Sinn für Dramaturgie, Mut zur Meinung und Wissen über die Grenzen der eigenen Fähigkeiten. Genau deshalb macht es so Spaß, ihm in seinen Ausführungen zu folgen.

Bryson reichert sein Buch mit Anekdoten und Rätseln an

Bill Bryson Eine kurze Geschichte des menschlichen Körpers Cover Goldmann Verlag

In „Eine kurze Geschichte des menschlichen Körpers“ durchwandert Bryson in seinen Betrachtungen kapitelweise die einzelnen Bestandteile des Körpers – von der Außenseite (Haut und Haare) über das Gehirn, das Herz und das Skelett landet er irgendwann im Intimbereich, schreibt über Krankheiten, Medizin und den Tod. Angereichert mit Anekdoten, Rätseln, biografischen Hintergründen bekannter Mediziner und Forscher oder literarischen Querbezügen, schafft es Bryson, dem Leser sich selbst ein großes Stück näher zu bringen. Das „Wunder Mensch“ besser zu begreifen. Aber auch seine Stellung innerhalb des Universums besser einschätzen zu können.

Lernen mit Bill Bryson

Am Ende des Kapitels über das Gehirn erklärt Bryson, dass unser Gehirn im Laufe der letzten 12000 Jahre etwa um die Größe eines Tennisballs geschrumpft ist. Einige vermuten nun, dass es leistungsfähiger auf engem Raum geworden ist. Nicht auszuschließen ist aber, dass wir in Wirklichkeit immer stumpfsinniger geworden sind. Dank Autoren wie Bill Bryson können wir aber umfassend lernen und uns in Themenfeldern bilden, die nicht Teil unseres Inselwissens sind, zu dem wir durch unsere gesellschaftlichen und vor allem berufliche Rollen Zugang haben. Ein Segen.

Bill Bryson: „Eine kurze Geschichte des menschlichen Körpers“, Goldmann Verlag, übersetzt von Sebastian Vogel, Hardcover, 672 Seiten, 978-3-442-31398-3, 24 €. (Beitragsbild von Andrea Artz)

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