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21. Januar 2026Einfach herrlich: Das Album-Release-Konzert von Betti Kruse im Hamburger Knust bietet herzensschöne Musik
Text von Gérard Otremba, Fotos von Laurina Luckner
Im November 2025 erschien das Debütalbum von Betti Kruse in digitaler Form, nun liegt „Wird schon gutgehn“ auch auf Vinyl vor. Grund genug für ein feines Release-Konzert am 20.01.2026 im Hamburger Knust. Natürlich wartet man brav auf die haptische Veröffentlichung für ein Release-Konzert, denn Alben sind nur echt auf Vinyl oder CD. Sieht auch besser aus am Merch-Stand. Das gemütlich volle Knust bekam den Betti-Kruse-Sound mit voller Band, bestehend aus Taco van Hettinga (Tasten, Bass), Natascha Protze (Saxophon, Flöte), Philipp Kacza (Trompete), Katharina Lattke (Schlagzeug), Sonja Glass (Bass, Gitarre, bekannt aus der Band Boy) und Alex Eckert (Gitarren).
Betti Kruse und France Gall
Und zur letzten Zugabe „Wird schon gutgehn“ gesellte sich noch Ove Thomsen hinzu, um mit Betti Kruse und dem vielstimmigen Fanchor den Refrain „Ah, das wird schon gutgehn, so langweilig bleibt das nicht / Eins wird sich nie ändern, dass das Leben dich bald fickt“ zu intonieren. Ove Thomsen, aka OVE, bestritt mal wieder mit „Hammerbock“ das Vorprogramm, im Verlauf des Jahres folgt ein neues Album, und mit seiner Band gehört er am 28.05.2026 zum Line-up beim ersten Klangkosmos-Abend in der Prinzenbar. Sehr zu empfehlen. Genauso wie die Musik von Betti Kruse, die auf die Frage „Was hört ihr eigentlich so, dass ihr diese Musik macht?“ mit „Computer Nr3“ von France Gall antwortet, ein Tanzfeger aus den späten Sechzigern, den sie im Knust mit ihrer tollen Band mit größtmöglichem Elan vortrug.
Betti Kruse berührt das Herz
Denkt man sich Kruses Liebe zur Musik von Udo Jürgens hinzu, addiert noch etwas Swing, Beat, Schlager-Pop, Chanson und Softrock der Seventies hinzu, dann kommt man ihrem faszinierenden und in dieser Zeit eher ganz selten zu hörenden Sound ganz nah. Musik, die wahnsinnig viel Spaß, ihren einen euphorisierenden Groove entwickelt, manchmal voll schönster Melancholie das Herz berührt wie in „Welt verkehrt“ (allein die Sehnsuchtstrompete treibt einem die Tränen in die Augen) oder bei der traumhaft schönen Liebesballade „Nur nicht bei dir“.
Zeitlose Hits
Den meisten anderen ihrer Songs obliegt eine lässige Beschwingtheit, die sehr gut zu den häufig ironischen Text passt. Betti Kruse führte zudem mit witzigen Ansagen charmant durch das Programm und verteilte passend zum Lied „Rote Rosen“ rote Rosen unter ihren Fans. Und alles potentielle, zeitlose Hits, vom Opener „Alles hat seine Zeit“ über „Für alles gibt’s ne Lösung“ und „Wie der Wind“ bis hin zu „Die Liebe ist ein mieser Gangster“. Kein Wunder, dass man ein Betti-Kruse-Konzert mit einem Lächeln verlässt. Wenn ihr euch also was Gutes tun wollt, kauft euch die Platte oder geht auf eines ihrer Konzerte. Nächste Möglichkeit: Am 03.02.2026 im Berliner Privatclub.






















