Beatsteaks: Please – Album Review

Beatsteaks credits Timmy Hargesheimer

Sieben Jahre nach ihrer letzten Platte veröffentlichen die Beatsteaks ein Album, das alte Stärken mit neuen Ambitionen verbindet

von Sebastian Meißner

Es war offensichtlich gar nicht so klar, dass die Geschichte der Beatsteaks weiter geht. „Wer sich achtmal ausgewrungen, abgequält und leer geschrieben hat, ist höchstgefährdet, ein für allemal den Hunger zu verlieren und im Greatest Hits-Teufelskreis zu erlahmen“, heißt es im Pressetext zu dieser Platte. Sieben Jahre sind seit dem Vorgänger „Yours“ vergangen. Sieben Jahre, in denen die Mitglieder Kinder bekommen, Eltern verloren und – wie der Rest der Welt auch – eine Pandemie überstanden haben. Es war auch eine Zeit, in der sich die Berliner selbst analysiert und immer wieder gefragt haben, was – wenn überhaupt – sie noch zu sagen haben.

Beatsteaks machen die Leute glücklich

Beatsteaks Please Cover

Am Ende dieses Prozesses kam die Band zu der Erkenntnis, dass es ihre Aufgabe sei, den Leuten etwas Schönes zu schenken, sie mit ihrer Musik glücklich zu machen. Die Welt sei schließlich beschissen genug. Also: Kräfte bündeln, Besinnung auf die Mission und zurück in den Tatendrang. Herausgekommen ist „Please“, Album Nr. 9 der Band. Und es ist in der Tat eine Wohltat. Das „Please“ versteht die Band als einen Wert, eine Attitüde, eine Stimmungslage. Und die neuen Songs stehen ganzen diesem dienenden Geiste. Es geht gemäßigt los mit „Goodbye“, einem Song, der erst am Ende ausbricht, bis dahin eine knisternde Spannung hält, die wie ein Versprechen klingt. Aber schon mit dem nächsten Song „Detractors“ werden die Zügel loser, das Tempo zieht an, der Refrain ist hymnenartig und perfekt für die anstehenden Konzerte. Ähnlich energetisch und noch mitreißender ist das großartige „Magic Feel“ am Ende des Albums.

Dicker, größer, mächtiger

Die üblichen Tracks sind meist mid-tempo und weniger eskalativ. Stattdessen wagt die Band mehr Sorgfalt im Songwriting und im Sound. Über das gesamte Album liegt ein Hall, weil die Aufnahmen in der leeren Columbia Halle stattfanden. Der sorgt dafür, dass alles noch dicker, größer, mächtiger klingt als es die Beatsteaks ohnehin immer tun. Arnim Teutoburg-Weiß singt etwas weicher als zuvor, aber kein bißchen weniger dringlich. Auch das verändert den Gesamtsound ein wenig. Besonders stark ist das Fun Boy Three-Cover “ The Lunatics Have Taken Over The Asylum“. Einen schönen Pop-Schmiss haben wiederum die Songs „Tonight“, „Dead Man“ und „Katharina“.

Am Ende ist „Please“ ein typisches Beatsteaks-Album geworden, das gleichzeitig aber auch neue Facetten einer Band zeigt, die gereift ist, ohne ihren lausbubigen Charme zu verlieren.

„Please“ von Beatsteaks erscheint am 28.06.2024 bei Beat. (Beitragsbild von Timmy Hargesheimer)

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