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11. Dezember 2025Die australische Indie-Rock-Band Ball Park Music mischte bei ihrem Hamburg-Konzert die Nochtwache auf
Text von Gérard Otremba, Fotos von Laurina Luckner
Lange Zeit hat man über die einschlägigen, hiesigen PR-Kanäle nicht so wirklich was von Ball Park Music gehört. Da gab es unsere Review zum Album „Puddinghead“, aber das ist auch schon wieder zehn Jahre her. In der Zwischenzeit erschienen vier weitere Platten der 2008 in Brisbane gegründeten Indie-Rock-Pop-Band, bis das Quintett dieses Jahr „Like Love“ veröffentlicht hat. Auf ihrer u.a. von Sounds & Books präsentierten Tour zum insgesamt achten Werk gastierten Ball Park Music am 10.12.2025 in der Nochtwache des Nochtspeichers.
Dennis Kiss als Support
Der Kellerclub war bereits zum Support Dennis Kiss gut gefüllt. Die Besucher lauschten aufmerksam den Liedern des Hamburger Songwriters, der im Oktober sein zweites, von uns rezensiertes Album „Vielleicht für ein paar Stunden, doch ich bin nicht diese Person“ herausgebracht hat. So aufmerksam, dass es Dennis Kiss schon unangenehm war und er das Publikum zu gegenseitigen Gesprächen animierte. Keine so gute Idee, das andächtige Zuhören, auch bei Support-Acts, macht doch ein gutes Publikum erst aus. Und Kiss hat ja auch gute Text auf Lager und eine zwischen Flüstern und Schreien changierende Stimme, da lohnt sich das Zuhören erst recht. Übrigens sucht der Musiker eine Wohnung in unserer schönen Hansestadt. Falls jemand also einen Tipp hat…
Die entfesselten Ball Park Music
Und noch gemütlich voller war es dann um kurz vor 21.30 Uhr, als Ball Park Music die Bühne der Nochtwache betraten. Das Quintett, bestehend aus Sänger und Gitarrist Sam Cromack, Jennifer Boyce an Bass und Backing Vocals, Keyboarder Paul Furness, Dean Hanson an Gitarre und Backing Vocals sowie Daniel Hanson am Schlagzeug, stürzte sich sofort voller Enthusiasmus in „Head Like A Sieve“ vom selbstbetitelten 2020er-Album. In den folgenden 75 Minuten ließen es Ball Park Music ordentlichen krachen. Wer viele Songs vom aktuellen Album „Like Love“ erwartete, der rieb sich die Augen. Die mitreißende Single „Please Don’t Move To Melbourne“ sowie der von Cromack solo vorgetragene Titeltrack – und das war’s dann schon. Songs von „Ball Park Music“ und „Puddighead“ bildeten das Gros der Setlist, darunter das explosive „Everything Is Shit Except My Friendship With You“, das grungige „Cocaine Lion“ und das infernalische „Spark Up!“.
Das Konzert nahm schnell den Charakter einer Garagen-Rock-Session an, wild, laut und unbekümmert. Zwei Songs („All I Want Is You“, „It’s Nice To Be Alive“) vom Debüt „Happiness And Surrounding Suburbs“ (2011) erfreuten einige Fans ganz besonders. Mit dem stürmisch-melodiösen und psychedelischen „Struggle Street“ endete der Gig, aber eine Zugabe („I Feel Nothing“) gab es noch von der überaus sympathisch auftretenden Band aus Down Under, die ihre Songs live reichlich entfesselt spielte. Stark!



















