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11. März 2026Jens Rachut und seine neue Band Ausgestorben strapazieren und malträtieren und machen so alles ein bißchen erträglicher
Hinter Ausgestorben steckt ein neues Quintett um den Hamburger Sänger und Autor Jens Rachut, der seit Jahrzehnten durch immer neue Bandkonstellationen die deutsche Subkultur prägt. Außerdem gehören Atli Grund, Thomas Wenzel, Uwe Roth und Elmar Günther dazu, die zuvor unter anderem bei Angeschissen, Oma Hans, Die Sterne oder Die Goldenen Zitronen aktiv waren.
Auf die Nerven
„Planetenübergabe“ ist ihr erstes Album. Produziert wurde es von Tobias Levin, dessen Aufnahme einen entscheidenden Anteil am Charakter der Platte hat: alles hier klingt wie roher Maniok. Und auch die zwölf Songs darauf setzen auf eine direkte, ungehobelte Energie, sind ungeschminkt, aufdringlich und wollen immer auf die Nerven. Dafür strapazieren „Ausgestorben“ mal die Metrik („Kerosin“ zum Beispiel ist im 7/4-Takt gespielt und erzeugt dadurch eine permanente Schieflage, die reibt.), mal die Harmonien (wie etwa in „Sehnsucht nach Unbekanntem“, das ein stromverschmiertes Solo kriegt, das sich ohne Mitleid durch das Arrangement frisst).
Brüche und -Verdopplungen
Auch strukturell haben die Songs immer wieder gravierende Brüche. Im Song „Beschwerde“ etwa, der sich in der Mitte plötzlich verdoppelt und verdreifacht in Tempo und Wut. Und auch in „Oh Nein, Atli“, das in der Mitte einmal tief Luft holt, um sich dann bis zur Unkenntlichkeit zu verwandeln und zu implodieren. Den Abschluss bildet der Titelsong „Planetenübergabe“, der sich nervös nach vorne drängelt und in dem Rachut, der hier klingt wie der grantelnde große Bruder von Sven Regener, singt: „Kleingehacktes in großen Kübeln / Der Filmstar in schwarzen Licht / Roter Teppich voll mit Würmern / Das war unsere letzte Schicht.“ Lange nicht mehr so aufgewühlt gewesen.
„Planetenübergabe“ von Ausgestorben erscheint am 27.02.2026 bei Misitunes. (Beitragsbild: Albumcover)





