Anna Burch: If You’re Dreaming – Albumreview

Anna Burch: If You’re Dreaming – Albumreview

Verträumter Songwriter-Pop von Anna Burch

Ihre musikalische Kariere begann Anna Burch vor einigen Jahren als Sängerin-und Tour-Musikerin von Frontier Rukus. Nach einer Ausbildungspause in Chicago kehrte sie in ihre Heimat Detroit zurück, knüpfte an ihre Arbeit mit Frontier Rukus an, spielte bei Failed Flowers mit und begann, ihre eigenen Songs zu schreiben. Die ersten Ergebnisse gab es 2018 zu hören, als ihr Debütalbum „Quit The Curse“ erschien. Burch pflegte dort einen angenehmen Gitarren-Indie-Pop mit Sixties-Touch, den Fans von Veronica Falls sicherlich goutiert haben werden.

Anna Burch macht Faye Webster Konkurrenz

Anna Burch If You're Dreaming Cover Heavenly Recordings

Gitarren sind zwar auf dem Nachfolger ebenfalls zu hören, doch legt die amerikanische Songwriterin nun wesentlich mehr Wert auf das Songwriting. Gerne spricht und schreibt man dann in diesem Zusammenhang von einer gereifteren Künstlerin, und exakt das stimmt ja auch. Auf jeden Fall kann man Anna Burch eine deutliche Weiterentwicklung konstatieren. Und die definitiv in eine positive Richtung. Dabei gibt es gegen das Debüt gar nichts einzuwenden, ganz im Gegenteil. Der Einsatz eines smoothigen Jazz-Saxophons im Vorabtrack „Not So Bad“ wäre jedoch auf dem Debüt nicht denkbar und fehl am Platz gewesen. Auf „If You’re Dreaming“ passt es ganz hervorragend und bringt Burch in die Nähe der Kollegin Faye Webster. Der verträumte Songwriter-Pop nimmt einen großen Raum im von Sam Evian produzierten Album ein.

Behutsam arrangierte Songs

Mehr Piano, mehr Ballade, hervorragend austariert in anmutigen Songs wie „Tell Me What’s True“ und „Every Feeling“. Das hat unglaublich viel vom Seventies-Songwriter-Charme und bewahrt sich eine gewisse Zeitlosigkeit. Den Indie-Pop-Rock des Debüts legt Burch allerdings nicht gänzlich ad acta. In „Party’s Over“ lässt sie die Gitarren in schönster The-Byrds-Manier jingle-janglen, und bei „Go It Alone“ setzen gar lieblich-verspielte Licks Akzente und himmeln den Westcoast-Sound an. Die Songs von „If You’re Dreaming“ sind alle sehr behutsam arrangiert und legen wesentlich mehr Wert auf Details. Manches klingt sogar mystisch-verwunschen, verliert aber nie seine Eingängigkeit. Insgesamt schlicht und ergreifend eine wunderbare Songwriter-Pop-Platte.

„If You’re Dreaming“ von Anna Burch erscheint am 03.04.2020 bei Heavenly / PIAS. (Beitragsbild von Cloe Sells)  

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