Alin Coen: Nah – Albumreview

Alin Coen: Nah – Albumreview

Neues, wunderschönes Album von Alin Coen nach sieben Jahren Pause

Sieben Jahre sind auch schon wieder seit dem letzten Album von Alin Coen vergangen. Nach Auftritten bei „TV Noir“ und „Inas Nacht“, Tourneen im Vorprogramm von Suzanne Vega und Regina Spektor, sowie dem Gewinn des Deutschen Musikautorenpreises schien der Weg an die Spitze geebnet. Nach dem 2013 veröffentlichten Zweitwerk „We‘re Not The Ones We Thought We Were“ stellte sich die in Hamburg geborene und in Berlin lebende Songwriterin jedoch die Sinnfrage. „Ich habe mich zunehmend gefragt, ob diese Existenz als Musikerin überhaupt zu mir passt. Ob das jetzt einfach immer weiter wächst. Oder ob da nicht noch ein anderer sinnvollerer Weg auf mich wartet.“ Und so studierte Coen Land- und Wassermanagement in den Niederlanden und arbeitete bei Greenpeace in Hamburg. Erst das Loslassen führte sie wieder zurück zur Musik.

Ein emotionaler Ritt zwischen Schönheit und Schmerz

Alin Coen Nah Cover credit Amilcar Coen

Im schwangeren Zustand ging Coen 2017 mit Philipp Poisel auf Tour und spielte nach der Geburt ihres Sohnes weiter Konzerte. Die Fans hat es gefreut und freuen dürfen sie sich nun auf das dritte Album „Nah“. Gemeinsam mit Bassist Philipp Martin, Schlagzeuger Fabian Stevens, Gitarrist Andie Mette und Pianist David Schwarz nahm Alin Coen die zwölf auf „Nah“ befindlichen Songs in lediglich sechs Tagen im Januar 2020 live auf. Wie der Titel es bereits impliziert, lotet Coen die Verbindung zu nahen Menschen aus. Es erwartet uns ein intensiver emotionaler Ritt zwischen Schönheit und Schmerz. Die Musik changiert zwischen klassischen Singer-Songwriter-Tunes, Indie-Tracks und Pop-Songs. Sie schmerzt nie und ist immer schön.

Die fröhliche und nachdenkliche Alin Coen

Mit der sanft fließenden, sehr berührenden Piano-Ballade „Du bist so schön“ beginnt „Nah“ und endet mit der nicht minder bewegenden Piano-Ballade „Ultimatum“. Der Closer indes mit Cello  dramatischer inszeniert. Dazwischen wunderbare Songs wie das bei Sounds & Books als Song des Tages vorgestellte, mit Handclapping und Frauenchor – bestehend aus Celina Bostic, CATT, Mia Diekow und Naima – verstärkte, überaus fröhliche „Bei dir“. Oder das muntere, vorwärts galoppierende „Alles was ich hab“. Und das groovend-rockige „Held“. Und da ist natürlich immer wieder Alin Coens textliche Pracht, die in „Leichtigkeit“ ihren Höhepunkt findet. Man hört der Liedermacherin einfach gerne zu. Egal, ob sie nun nachdenkliche Balladen, oder Uptempo-Pop-Songs singt. Und lässt sich vom geschmeidigen „Beben“ wärmen. Oder durch „Du machst nichts“ in schönste Schwermut versinken. Ein sehr, sehr schönes Album.

„Nah“ von Alin Coen erscheint am 28.08.2020 bei Pflanz einen Baum. (Beitragsbild von Sandra Ludewig)   

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