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13. Mai 2026Die amerikanische Songwriterin Alela Diane spricht im Interview mit Sounds & Books über ihr neues Album „Who’s Keeping Time?“
Interview von Ullrich Maurer
Das am 22.05.226 erscheinende „Who’s Keeping Time?“ ist (eingerechnet des selbst veröffentlichten Debüts „Forest Parade“ von 2003) bereits das neunte Studioalbum der in Portland, Oregon beheimateten Songwriterin Alela Diane. Es ist allerdings das erste, das seitens des Plattenlabels nicht aktiv beworben und promotet wird. Ein in letzter Zeit zu beobachtender Trend, denn selbst etablierte Künstler – wie eben Alela Diane, aber z.B. auch Julia Cumming (Sunflower Bean) oder Maria Taylor – veröffentlichen ihre Alben heute zwar mit Labelunterstützung – aber ohne Labelpromotion. Dabei ist nicht ganz klar ist, was die Mächte hinter dem Vorhang damit bezwecken, denn das bedeutet ja, dass diese Scheiben ohne die Investigativ-Leistung etwa von Publikationen wie Sounds & Books hierzulande im Vorfeld keine Öffentlichkeit erfahren.
Sei es drum: Nachdem das Management direkt eingeschaltet wurde, hatte Alela Diane kein Problem damit, mit Sounds & Books über ihr neues Album, das Leben als solches und auch ihre Position als Songwriterin im Allgemeinen zu plaudern – bevor sie im Rahmen einer kurzen Europa-Tour am Wochenende der Veröffentlichung der Scheibe beim legendären Orange Blossom Festival in Beverungen das neue Material in Deutschland erstmals dem Publikum präsentieren wird.
Alela Diane und die Frage nach der Zeit
Hallo Alela! Der Titel deines neuen Albums „Who’s Keeping Time?“ bleibt als Frage ja eher im Raum stehen, als dass Du sie auf der Scheibe konkret beantwortetest. Ist das Stellen von philosophischen Fragen der Startpunkt, von dem aus Du Deine songwriterische Tätigkeit aufnimmst?
Alela Diane: Nein – ich denke nicht, dass ich das tue. Ich tendiere eher dazu, etwas zu schreiben, was mir gerade in den Sinn kommt. Dann entwickelt sich ein Song daraus und erst während ich mich damit beschäftige, realisiere ich dann selbst, wovon der Song handelt und was ich eigentlich zu sagen hatte. In dem Fall ging es mir um den Lauf der Zeiten und die sich wiederholenden Zyklen des Lebens – wie etwa die Jahreszeiten. Und das Leben selbst ist natürlich auch ein Thema, denn wir alle schauen ja gerne nach vorne um zu sehen, wie es weitergeht.
Alela Diane mag Gänse
Was will uns denn das Covermotiv sagen? Das sieht ja aus, als habest Du eine Gruppe von Wildgänsen zur Teestunde im Freien eingeladen.
Alela Diane: Nun, die Wildgänse, wie sie auf dem Covermotiv zu sehen sind, sind für einen Teil des Jahres immer hier im Nordwesten. Sie sind auch ein großer Teil meines Lebens. Ich sehe sie auf dem Schulhof meiner Kinder, es kommt jedes Jahr immer ein großer Schwarm zu uns – und sie repräsentieren dann somit auch den Lauf der Zeiten. Diese Zugvögel kennen sich ja aus mit den Jahreszeiten und sie wissen genau, wann sie jedes Jahr zurückkommen müssen. Sie sind immer pünktlich. Und wenn sie dann
weg fliegen und im nächsten Jahr wiederkommen, dann erinnern sie Dich daran, dass wieder ein Jahr vergangen ist. Deswegen spielen sie für mich bei den Sozialen Medien und in meiner visuellen Repräsentation des Albums eine große Rolle. Es gibt sogar ein T-Shirt mit Gänsen drauf. Sie markieren eben den Zyklus des Lebens und den Wandel der Zeiten und sind deswegen ein gutes Symbol für das Album.
Es scheint ja, als habe die Umgebung, in der Du Dich aufhältst, überhaupt einen großen Einfluss auf deine Themenwahl oder?
Alela Diane: Absolut! Die Bilder, die ich für meine Songs verwende, sind direkt mit dem Leben, dass ich führe und dem, was ich beobachte, verbunden. Dazu gehören Gänse ebenso wie Krähen oder schöne Blumen aus meinem Garten oder auch der Regen, von dem wir hier ziemlich viel haben. Portland – und auch Kalifornien, wo ich aufwuchs – spielen eine große Rolle dabei. Ich schreibe eben über Orte, die ich kenne – und wenn ich einen Song schreibe, besuche i…




