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19. Dezember 2025
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20. Dezember 2025Die Alben des Jahres 2025 von Sounds & Books-Mitarbeiter Werner Herpell: eine Mixtur aus (Indie-)Pop, Rock, Folk, Singer-Songwriter, Filmmusik, Crossover-Jazz, inklusive Farbtupfern aus Deutschland und Frankreich. Unter den 25 aus ’25 sind manche alte Bekannte – und einige Überraschungen.
„Ich kann mich gar nicht entscheiden/ist alles so schön bunt hier“, sang Nina Hagen einst im schrillen Spott-Lied „TV Glotzer (White Punks On Dope)“. So geht es auch diesem Reviewer, der bestimmt einige hundert so schön bunte Alben des Jahrgangs 2025 hörte, darunter viele gute, deutlich weniger sehr gute – und rund zwei Dutzend herausragende Platten. Weil die Meisterwerke von Admiral Fallow und Jeff Tweedy, The Delines und Pulp qualitativ so dicht beieinander liegen, kommen letztendlich geteilte Plätze 1 und 3 bei der Jahresbestenliste heraus.
Auffällig ist diesmal die besondere Qualität der von mir ohnehin hoch geschätzten Musik aus Schottland mit gleich vier Einträgen in den Top Ten. Aber auch ambitionierter Pop aus Deutschland (Tristan Brusch) und Frankreich (Benjamin Biolay), ein Kino-Soundtrack (Jonny Greenwood) und eine Label-Retrospektive (Marina Records) finden ihren Weg in meine höheren Charts-Regionen. Da ich Live-Alben und Archiv-Boxsets nicht zu den eigentlichen (Studio-)Neuveröffentlichungen zähle, bleiben Radiohead, Nick Cave und Die Nerven, Bruce Springsteen, Nick Drake und Pink Floyd diesmal außen vor.
Und hier sind sie nun, meine 25 Lieblingsalben des spannenden Musikjahres 2025 (inklusive Playlist-Tipps für die Top Ten):
1. Admiral Fallow: First Of The Birds
Als langjähriger Freund von Glasgower Indie-Pop hatte ich die Band um Louis Abbott und Sarah Hayes auf dem Zettel für ein großes Statement. Das sommerliche Albumpreview-Konzert in Pittenweem an der schottischen Ostküste ließ dann schon viel erhoffen fürs fünfte Studioalbum des seit der Gründung 2007 unveränderten Quintetts. Aber etwas so Schönes wie „First Of The Birds“, diese in sanften Chamber-Pop und glühenden Celtic-Folk gehüllte Ode an väterliche Liebe und familiäre Geborgenheit in rauen Zeiten, hat mich dann doch umgehauen. Dass sich Abbott/Hayes im Interview als Super-Sympathen erwiesen, rundete mein Admiral-Fallow-Jahr 2025 ab.
Drei für die 2025-Playlist: „Living For You“, „The Shortest Night“, „Overcoat“
(Beitragsbild: Admiral Fallow, Pressefoto, Chemikal Underground)
1. Jeff Tweedy: Twilight Override
Wilco haben bei mir quasi ein Abo auf vordere Ränge in den Jahresbestenlisten. Die Solo-Platten von Jeff Tweedy dagegen waren bisher kaum mehr als kleine, gemütliche, warm und intim klingende Nebenprodukte seiner fabelhaften Songwriter-Kunst. Daher war ich skeptisch, ob es denn nun, nach dem Wilco-Erfolg mit „Cousin“ (2023) und der starken EP „Hot Sun, Cool Shroud“ (2024), gleich ein Triple-Album des Chicagoer Musikers und Produzenten sein musste. Aber was für ein überwältigendes Folk-und-vieles-mehr-Großwerk ist „Twilight Override“ dann doch geworden. 30 Tracks in 111 Minuten – aber keine Sekunde langweilig. Und „Feel Free“, Tweedys Aufruf zur inneren Freiheit in freiheitsfeindlichen Zeiten, ist der Song des Jahres.
Drei für die 2025-Playlist: „Love Is For Love“, „No One’s Moving On“, „Feel Free“
3. The Delines: Mr. Luck & Ms. Doom
„Spielen The Delines derzeit die schönste traurige Musik der Welt?“ Diese Frage habe ich in einer Review zum bisher besten Album der US-Band um die wunderbare Sängerin Amy Boone und den gefeierten Romanautor/Songwriter Willy Vlautin gestellt. Und ja, wer „Mr. Luck & Ms. Doom“ hört, kommt nicht drum herum, die atemberaubende und auf ihre Art tatsächlich einmalige Melancholie dieser wie Short-Stories funktionierenden Americana-Soul-Songs zu spüren. Im Interview sagte Vlautin mir: „Wenn man all unsere Vorlieben mit ein bisschen Altersreife und Tequila, mit Misserfolgen, Herzschmerz und kleinen Triumphen in einen Mixer wirft, erhält man The Delines.“ Grandiose Mischung.
Drei für die 2025-Playlist: „Left Hook Like Frazier“, „The Haunting Thoughts“, „JP & Me“
Wenn’s um Nineties-Britpop geht, sind sich die Experten inzwischen weitgehend einig: Nicht Blur oder Oasis waren die beste Band jener legendären Ära, sondern Pulp mit Platten wie „Different Class“ (1996) und „This Is Hardcore“ (1998). Dass Jarvis Cocker & Co. nach gut 20 Jahren Pause dort qualitativ anknüpfen konnten, ergänzt um eine zusätzliche Reife, Tiefe und, ja, Altersweisheit des Frontmanns, war dennoch eine Sensation. Songs wie „Farmers Market“ oder „The Hymn Of The North“ zeigen den weiterhin spindeldürren Nerd als sensiblen Crooner, mit „Spike Island“ und „Got To Have Love“ lud er auf die Tanzfläche. Und auch textlich ist „More“ stets auf höchstem Pulp-Niveau. Das Comeback-Album des Jahres, na klar.
Drei für die 2025-Playlist: „Slow Jam“, „Got To Have Love“, „The Hymn Of The North“
5. Colin Steele Quartet: The Blue Nile – Jazz Interpretations Of The Blue Nile Songbook
Nach Jazz-Tribute-Alben zu den Sophisticated-Pop-Künstlern The Pearlfishers und Joni Mitchell wandte sich der Edinburgher Trompeter Colin Steele diesmal einer ikonischen Band der 80er- und 90er-Jahre zu. Wieder für das Hamburger Liebhaber-Label Marina (dazu später mehr), interpretiert er mit seiner superben Band die regen- und nebelverhangenen Synthpop-Elegien von The Blue Nile als tiefgründigen, virtuosen Latenight-Jazz. Mehrere Jahrzehnte nach der Erstveröffentlichung schillern die Lieder von Paul Buchanan, Robert Bell und Paul Joseph Moore erneut in den edelsten Farben der schottischen Melancholie. Schöner kann Schwermut aus dem hohen Norden der britischen Insel nicht klingen.
Drei für die 2025-Playlist: „Easter Parade“, „The Downtown Lights“, „Let’s Go Out Tonight“
6. Steve Gunn: Daylight Daylight
Sieben Songs in gut 40 Minuten umfasst das neue, stärkste Album des US-Gitarrenmaestros Steve Gunn – und ist damit ein kompakter Gegenentwurf zum weiter oben beschwärmten, knapp zweistündigen Triple des Geistesverwandten Jeff Tweedy. „Daylight Daylight“ sei „mit seinen ruhigen, fast meditativen Klängen, die des öfteren an die ikonischen Folk-Jazz-Songs von Nick Drake gemahnen, Balsam für die wunde, gestresste Seele“, habe ich in meiner Review geschrieben. Und wer könnte das nicht brauchen in einer dunklen Phase ständiger „Disruption“ und politischen Irrsinns. Dass der Studiozauberer James Elkington Gunn bei seinen introspektiven Tracks half, rückt diese Platte noch ein bisschen weiter in Richtung Tweedy-Territorium.
Drei für die 2025-Playlist: „Nearly There“, „Morning On K Road“, „Hadrian’s Wall“
Wohl kein deutschsprachiges Pop-Album wurde dieses Jahr so bejubelt wie der dritte Teil der Brusch-Trilogie nach „Am Rest“ (2021) und „Am Wahn“ (2023). Auch S&B-Chefredakteur Gérard Otremba stimmte in die Euphorie ein, lobte in höchsten Tönen die textliche Raffinesse des Wahl-Berliners und seine erlesene Stilmixtur aus Chanson-, Chamber- und Liedermacher-Pop. Völlig zu Recht! Wer die Coming-of-age-Erzählung „Vierzehn“, erschütternde Songs über toxische Männlichkeit wie „Danke, dass du nicht aufhörst mich zu lieben“ oder Überschwängliches wie „Die Liebe in Maßen“ hörte, war wieder mal baff. Ein deutscher Singer-Songwriter auf der schwindelerregenden Höhe von Nils Frevert und Gisbert zu Knyphausen.
Drei für die 2025-Playlist: „Vierzehn“, „Wasser und Licht“, „Die Liebe in Maßen“
Und noch so eine Platte aus Schottland, die mich dieses Jahr begeistert hat. Der seit den 80ern zu immer eindrucksvollerer Schönheit entwickelte, opulente Sound des Langzeitprojekts von Kenny Little (hier im Interview) ist Manna vom Himmel für alle, die die legendäre Musikstadt Glasgow und ihre reichhaltige Sophisticated-Pop-Szene verehren. Ein Dutzend perfekter Indie-Songs schütteln Hollow Horse für ihr fünftes Album in gut 20 Jahren aus dem Ärmel. Nach langen Durststrecken hat die Band – inzwischen beim rührigen deutschen Mini-Label Platiruma – einen Lauf. Denn erst 2024 war ihre vierte Scheibe rausgekommen, 2026 soll schon die sechste folgen.
Drei für die 2025-Playlist: „Steal The Starlight“, „For Every Fall There Is A Rise“, „Twice As Good And Half As Bad“
9. Emma Pollock: Begging The Night To Take Hold
Aller tollen Alben aus Schottland sind – vier. Eine Platte, die ich bei der Veröffentlichung Ende September doch glatt übersehen hatte, so dass es hier keine Review zu Emma Pollocks krönendem Solo-Werk gab. Mich beeindruckte in diesem Jahr freilich keine Singer-Songwriterin mehr als die Frontfrau der Indie-Dreampop-Band The Delgados, die schon auf dem Vorgänger „In Search Of Harperfield“ (2016) ihre reife Stilsicherheit offengelegt hatte und nun souverän auf den Spuren einer Dusty Springfield, Kate Bush oder Aimee Mann wandelt. „Begging The Night To Take Hold“ wurde von Pollocks Ehemann Paul Savage produziert, der auch Admiral Fallow (siehe oben) den letzten Schliff verpasst hatte. Gorgeous Glasgow sophisti-pop, again.
Drei für die 2025-Playlist: „Future Tree“, „Something Of A Summer“, „Pages Of A Magazine“
10. Jens Lekman: Songs For Other People’s Weddings
Wenn einer als Hochzeitssänger auftritt, hat er was zu erzählen. Der Schwede Jens Lekman tut dies, aufgrund entsprechender, nicht immer schöner Erfahrungen bestens präpariert, in 17 Songs eines sensationell guten Comeback-Albums. Und es ist eine Offenbarung – textlich witzig und clever, musikalisch elegant im Spannungsfeld von Chamber- und Piano-Pop, Soft-Rock, Blue-Eyed-Soul, Easy Listening, Latin- und Lounge-Music, Balladen-Folk und treibenden House-Beats. Der renommierte US-Schriftsteller David Levithan brachte sogar ein „companion book“ dazu heraus und machte das Happy-End damit perfekt. Ob Lekman jetzt noch Aufträge als Hochzeitssänger annehmen muss? Da hoffen wir doch lieber auf ein weiteres Album.
Drei für die 2025-Playlist: „GOT-JFK“, „For Skye“, „Wedding In Leipzig“
11. Van Morrison: Remembering Now
Einigen Mist gebaut hatte Van Morrison in den vergangenen Jahren, mit Schwurbel-Ausfällen und Schimpftiraden, aber auch musikalisch mit mediokren Platten. Umso größer die Überraschung, wenn man nun „Remembering Now“ hört – ein sehr langes, sehr schönes Album voller Inspiration, Dringlichkeit und Altersmilde. Kein erst jetzt entdecktes frühes Meisterwerk von „Van the Man“, sondern eine frische Scheibe, die zu seinen stärksten zählt.
12. Jonny Greenwood: One Battle After Another (Original Score)
Das tollste Soundtrack-Album 2025 – und damit angemessen für den mit Abstand tollsten Film des Jahres – ist für mich der Score zu Paul Thomas Andersons großem Kino-Event „One Battle After Another“. Wie schon mehrfach zuvor für diesen Regisseur hat Jonny Greenwood, Komponist, Orchester-Arrangeur und Gitarrist von Radiohead und The Smile, für die unvergesslichen Bilder des 160-Minuten-Filmrauschs kongeniale Klänge geschaffen.
13. Benjamin Biolay: Le Disque Bleu
Französische Popmusik ist normalerweise nicht so meine Baustelle – aber wenn Benjamin Biolay ein Album rausbringt, bin ich stets gespannt. Auch diesmal, mit „Le Disque Bleu“ (genau genommen sogar deux disques), hat mich der legitime Serge-Gainsbourg-Erbe voll erwischt. Auf der ersten Scheibe flaniert der Bariton-Charmeur lässig durch teils düsteren Indie-Rock und Art-Pop, auf der zweiten geht’s Richtung Latin und Chanson. Merveilleux!
14. Robert John Hope: It Sparks
Im S&B-Interview sagte mir der Wahl-Berliner: „Ich bin zwar in erster Linie mit Americana und Künstlern wie Jeff Buckley, Nina Simone, Motown und anderen aufgewachsen, aber ich war auch von unglaublichen irischen Künstlern umgeben.“ All diese Einflüsse kann man hören auf einem hochklassigen Singer-Songwriter-Album, mit dem sich Robert John Hope gleichwohl sehr eigenständig präsentiert.
15. Stereolab: Instant Holograms On Metal Film
Die für den Stereolab-Sound seit 20 Jahrem so typischen Einflüsse von Sixties-Sounds à la Beach Boys, Krautrock-Motorik, French-Pop, Brazil/Latin und Funk-Jazz klingen auf diesem Album an, einer kaum noch erwarteten Rückkehr nach 15 Jahren. Und dann, on top: der narkotisierende Frenglish-Gesang von Laetitia Sadier, Dreh- und Angelpunkt dieser so federleicht wirkenden und dabei doch so komplexen Musik. Welcome back!
16. The Autumn Defense: Here And Nowhere
John Stirratt und Pat Sansone sind bei Wilco die Hintergrund-Genies an Bass, Gitarren und Keyboards. Mit dem Langzeit-Nebenprojekt The Autumn Defense lieferten sie ihr bestes Album ab – elf perfekte Americana-Songjuwelen voller kleiner, charmanter, wundersamer Überraschungen, ein funkensprühendes Sophisticated-Softpop-Fest. Es lebte sich 2025 also auch ohne aktuelles Wilco-Studioalbum sehr gut in der Wilco-Welt.
17. Hand Habits: Blue Reminder
Man hatte Meg Duffy alias Hand Habits ja schon ziemlich lange auf dem Radar: Live-Auftritte neben Kevin Morby und Perfume Genius, Studioarbeit für Weyes Blood und The War On Drugs, etliche Kollaborationen. Die bisher zweitrangige Solokarriere erhielt mit „Blue Reminder“ nun einen echten Schub, ist diese Platte doch ganz eindeutig ein kraftvoller, emotionaler und kreativer Ausbruch aus dem Halbschatten des US-Alternative- und Gitarrenrock.
18. Viva Marina: Marina One Hundred
Eine Label-Compilation findet eigentlich nicht den Weg in die Liste meiner Jahresbesten – im Falle von Marina Records muss es aber mal sein. Weil „Viva Marina“ nicht nur die makellose Bilanz von bislang 100 Albumveröffentlichungen mit Schwerpunkt Sophisticated Pop feiert, sondern dies, neben dem obligatorischen Rückblick auf 30 Jahre, auch vorbildlich mit Neuaufnahmen von ganz wunderbaren Bands und Künstlern tut.
19. Brad Mehldau: Ride Into The Sun
Der vielleicht wichtigste Pianist im zeitgenössischen Jazz hat immer wieder mal den Crossover-Spagat Richtung Pop gewagt, mit meist faszinierenden Ergebnissen. Nach Nick Drake und Radiohead, Beatles und Beach Boys, Jimi Hendrix und Paul Simon widmet Mehldau nun ein ganzes Album dem tragischen US-Folk-Genie Elliott Smith – mit Jazz-Variationen von dessen traurigen Liedern, eigenen Kompositionen und adäquaten Covern.
20. Steven Wilson: The Overview
Der britische Art-Rock-Impresario hat sich nach Ausflügen in poppigere Gefilde zuletzt wieder den ureigenen Kernkompetenzen zugewandt, zur Erleichterung vieler Fans seiner Virtuosen-Band Porcupine Tree und früherer, komplexerer Solo-Platten. Mit nur zwei Tracks über gut 40 Minuten Spieldauer ist „The Overview“ riesengroßes Neo-Prog-Kino – und Wilson so nah bei Pink Floyd wie selten zuvor. Musik zum Träumen und Abheben.
21. BC Camplight: A Sober Conversation
Live ist Brian Christinzio alias BC Camplight nicht nur rein optisch ein Gigant, wenn er in die E-Piano-Tasten drischt, seine mächtige Stimme über den Lärm legt und am Ende den Klavierhocker über dem Kopf schwingt. Alles im Sommer selbst erlebt bei einem denkwürdigen Fringe-Auftritt in Edinburgh, wo dieser Singer-Songwriter bewies, dass er nicht nur wegen des formidablen neuen Albums längst zu den Großen im Piano-Pop zählt.
22. Magnus Carlson & The Moon Ray Quintet: Shadows
Und noch ein Jazz-Album, das mit Cover-Stücken elegant an der Grenze zum Pop flaniert (und der spießigen „Jazz-Polizei“ daher missfallen dürfte). Wie so vieles in diesem Jahr habe ich den Sänger Magnus Carlson und sein Quintett dank Bandcamp entdeckt. Zum Glück – sonst hätte ich verpasst, wie die Schweden Bowies Berlin-Ode „Where Are We Now?“ als Jazz zelebrieren. Und Songs von Sufjan Stevens, Scott Walker, Jackson C. Frank. Großartig.
23. Saint Etienne: International
„Und so feuern Saint Etienne nochmal eine Club-Pop-Granate nach der anderen ab“, schrieb ich in meiner Review zum leider letzten Album des britischen Electro-Dance-Trios. Vom phänomenalen Opener „Glad“ bis zum passend betitelten Abschlusstrack „The Last Time“ machen Sarah Cracknell, Bob Stanley und Pete Wiggs uns den Abschied nach 35 Jahren hochwertiger Tanzmusik sehr schwer. Ihre stilvollen Grooves werden fehlen.
24. Robert Forster: Strawberries
Das neue Soloalbum des einstigen Frontmanns von The Go-Betweens ist thematisch anders, aber kein bisschen schwächer als der Vorgänger. Im Gegenteil: Vielleicht wird man diese aus nur acht Songs bestehende Platte einmal als Opus magnum von Robert Forster einordnen – als sein bestes Solowerk neben „The Evangelist“ von 2008, der berührenden Verbeugung vor dem kurz zuvor gestorbenen Bandkollegen Grant McLennan.
25. The Divine Comedy: Rainy Sunday Afternoon
Neil Hannon und seinem Sophisticated-Pop-Kollektiv ist mit „Rainy Sunday Afternoon“ ein Kreativ-Comeback wie aus dem Bilderbuch geglückt, ein beeindruckender „return to form“. Seit „Absent Friends“ (2003) klang seine Musik nicht mehr so erhaben und eingängig zugleich, so formvollendet wie in den elf neuen Liedern, die zwischen Barock-, Lounge- und French-Pop, zwischen Burt Bacharach, Paul McCartney und Ray Davies pendeln.
Auch sehr gut:
26. The Gentle Spring: Looking Back At The World
27. Fergus McCreadie: The Shieling
28. The Blow Monkeys: Birdsong
29. Ed Harcourt: Orphic
30. Tom Hickox: The Orchestra Of Stories
32. Neko Case: Neon Grey Midnight Green
33. Sophia Kennedy: Squeeze Me
34. Demian Dorelli: Nick Drake’s Five Leaves Left – Echoes On Solo Piano
35. Paul Armfield: Between The Covers – 9 Songs For Bibliophiles
36. Flock Of Dimes: The Life You Save
37. C Duncan: It’s Only A Love Song




