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23. Dezember 2025Die Alben des Jahres 2025 von S&B-Chefredakteur Gérard Otremba, u.a. mit Bruce Springsteen, Jeff Tweedy, Jerry Leger, Tristan Brusch und Floodlights
Nach 20 bereits zur Halbzeit des Jahres vorgestellten Alben, folgen nun 25 am Ende. Sie haben mich verwöhnt, die Springsteens, Tweedys, Legers und Bruschs dieser Welt. Und neben den üblichen Verdächtigen spielten sich auch Hamburger Bands sowie weitere Geheimtipps in den Vordergrund. Ich wünsche viel Vergnügen mit meiner Liste der
Alben des Jahres 2025
1. Bruce Springsteen: Twilight Hours aus Tracks II – The Lost Albums
2025 war ein Springsteen-Jahr: Überragende Konzerte mit der E Street Band, die Neu-Veröffentlichung von „Nebraska“, dazu noch der Film „Deliver Me From Nowhere“ und natürlich die sieben „Lost Albums“ in einer Box, und eins besser als das andere. Stand bei mir in der diesjährigen Halbzeitbilanz noch die ganze Box auf Platz 1, werde ich nun konkreter, weil sich „Twilight Hours“ als der schönste und nachhaltigste der sieben Longplayer erwiesen hat. Definitiv das von mir am häufigsten gehörte Album des Jahres. Seine sehnsüchtigen, traurig-melancholischen Crooner-Songs bilden den Gegenpol zum dieses Jahr zweimal erlebten Springsteen-Live-Stadionrock. Wunderschöne Lieder und der Boss mal ganz anders. Aber eben auch in diesem Genre herausragend. Beste Songs: „Sunday Love“, „September Kisses“, „Follow The Sun“. (Beitragsbild: Bruce Springsteen, Pressefoto, Columbia Records)
2. Jeff Tweedy: Twilight Override
Der Wilco-Mastermind mit einem Triple-Album. Wahnsinn! Man kommt aus dem Staunen nicht raus. Klingt auch ohne Wilco wie ein Wilco-Festmahl. „Mal liebreizend, mal verträumt; mal vertrackt, mal geradlinig; mal melancholisch, mal euphorisch. Und die Beatles schimmern ebenfalls immer mal wieder hindurch. Eine prächtige und magische Entdeckungsreise“, schreib ich in meiner Review. Beste Songs: „Feel Free“, „Forever Never Ends“, „One Tiny Flower“.
3. Jerry Leger: Waves Of Desire
Der kanadische Songwriter komplettiert mein Treppchen der Alben des Jahres 2025. Beim Hamburger Label DevilDuck Records veröffentlicht und mit Hilfe von Suzan Köcher und Julian Müller (Suzan Köcher’s Suprafon) gelingen Jerry Leger einige seiner bisher schönsten, zum Schmachten und zum Schwärmen geeigneten Melodien. Beste Songs: „Calling A Bluff“, „We’re Living In This World“, „Let Me See How It Ends“.
4. Pulp: More
Das Comeback-Album des Jahres. Was zaubert Jarvis Cocker mit seiner Band da nur für großartige Melodien aus dem verstaubten Hut? Vielleicht sogar die beste Pulp-Platte ever. Beste Songs: „The Hymn Of The North“, „Background Noise“, „Got To Have Love“.
Das Beste aus Deutschland in diesem Jahr. Chanson und Indie-Pop gehen Hand in Hand, Udo Jürgens, Nils Frevert und Nick Cave klingen an, und Bruschs „dunkelromantische Trilogie“ ist auf dem Höhepunkt angekommen. Beste Songs: „Vierzehn“, „Die Liebe in Maßen“, „Geboren um zu sterben“.
Indie-Rock-Hymnen noch und nöcher. Beim dritten Album der Australier kann man die potenziellen, mitreißenden und schwärmerischen „Hits“ gar nicht zählen. Beste Songs: „The Light Won’t Shine Forever“, „Cloud Away“, „Suburbia“.
7. Van Morrison: Remembering Now
Wenn ich schon in meiner Review behaupte, Van Morrison habe sein bestes Album seit „The Healing Game“ von 1997 aufgenommen, dann muss es sich in den Top-Ten der Alben des Jahres 2025 wiederfinden. Ein großartiges Alterswerk. Beste Songs: „Stretching Out“, „Memories And Visions“, „Down To Joy“.
8. Car Seat Headrest: The Scholars
So genial kann Indie-Rock im Jahr 2025 klingen. Will Toledo und seine Band machen es möglich. Songs teilweise von epischer Länge und keine Sekunde zu viel und alles überwältigend. Beste Songs: „Reality“, „Gethsemane“, „Devereaux“.
9. The Delines: Mr. Luck & Ms. Doom
„Ein Album für die Endjahresliste“ titelte ich in meiner Besprechung über die neue Platte von The Delines. Nun, und da ist es auch schon, völlig verdient in den Top-Ten der Alben des Jahres 2025 haben es die Amerikaner mir ihrem wunderschönen und häufig so melancholischen Songwriter-Soul-Jazz-Pop geschafft. Beste Songs: „Mr. Luck & Ms. Doom“, „Sitting On The Carb“, „Don’t Miss Your Bus Lorraine“.
10. Cass McCombs: Interior Live Oak
Als sein bisheriges Opus Magnum habe ich „Interior Live Oak“ in meiner Review bezeichnet. So sehe ich das am Ende des Jahres immer noch. Näher an Elliott Smith war Cass McCombs noch nie, ein superbes Doppel-Album. Beste Songs: „Peace“, „Priestess“, „I’m Not Ashamed“.
11. Ron Sexsmith: Hangover Terrace
Ein neues Ron-Sexsmith-Album ist bei mir seit Jahren immer irgendwie gesetzt. Da müsste der Kanadier schon ganz schön viel Mist bauen, wenn nicht. Macht er aber nicht. Sein Indie-Songwriter-Pop gehört immer noch zu den charmantesten dieser Musikwelt. Beste Songs: „Rose Town“, „Easy For You To Say“, „Outside Looking In“.
12. Marissa Nadler: New Radiations
Ähnlich wie bei Ron Sexsmith verhällt es sich auch mit Marissa Nadler, deren neue Alben in meinen Endjahreslisten nicht fehlen dürfen. Zu schön sind Anmut und Entrücktheit. Beste Songs: „You Called Her Camellia“, „New Radiations“, „Hatchet Man“.
13. Robert Forster: Strawberries
Kurz und gut: Bestes Robert-Forster-Solo-Album. Was er kann, wissen wir seit den Go-Betweens-Zeiten, nun entfaltet er seine Songwriter-Extraklasse ein weiteres Mal. beste Songs: „Breakfast On The Train“, „Such A Shame“, „Diamonds“.
14. Meka: The Rabbit
Wahr, gut und schön. Der Laurel-Canyon-Sound im Jahr 2025. Ich hoffe, nach diesem formidablen Debüt folgen noch weitere Alben der amerikanischen Songwriterin auf diesem Niveau. Beste Songs: „Temperance“, „Tomato Song“, „The Rabbit“.
15. Sam Fender: People Watching
Der Brite immer noch auf Springsteens Spuren und dabei immer noch richtig gut. Beste Songs: „People Watching“, „Nostlagia’s Lie“, „Arm’s Length“.
16. Christian Kjellvander: Ex Voto / The Silent Love
Dieser elegante Songwriter-Pop-Noir des schwedischen Musikers nähert sich immer wieder Nick Cave. Grund genug für eine Platzierung in der Liste meiner Alben des Jahres 2025. Beste Songs: „The View Is Watching“, „It Can Heal If You Let It“, „Hole In My Heart“.
17. The Divine Comedy: Rainy Sunday Afternoon
Neil Hannons barock anmutende Popkunst steht auch immer irgendwie ganz für sich. Und immer wieder überragend. Beste Songs: „Achilles“, „The Last Time I Saw The Old Man“, „Rainy Sunday Afternoon“.
18. S.G. Goodman: Planting By The Signs
Die amerikanische Songwriterin klingt wie Beth Orton in ihren besten Momenten und liefert elf exzellente Indie-Folk-Rock-Americana-Tracks ab. Beste Songs: „Snapping Turtles“, „Michael Told Me“, „Heaven Song“.
19. Miley Cyrus: Something Beautiful
Ich stand bisher der Musik von Miley Cyrus nie sehr nahe. Aber das hat sich mit diesem Hammer-Pop-Album gründlich geändert. Beste Songs: „End Of The World“, „Golden Burning Sun“, „Something Beautiful“.
Midlake, so wie man sie sich wünscht. Betörender Americana-Folk-Rock und bestes Album in der Post-Smith-Ära. Beste Songs: „The Ghouls“, „Eyes Full Of Animals“, „Days Gone By“.
21. The Black Keys: No Rain, No Flowers
Die Black Keys auf den Spuren von ELO und Fleetwood Mac. Klasse! Beste Songs: „Kiss It“, „Babygirl“, „Make You Mine“.
22. Yoshika Colwell: On The Wing
Wunderschöne Indie-Folksongs mit Westcoast-Pop-Anstrich. Der Laurel Canyon ruft und ich folge gerne. Ganz feines Debütalbum der britischen Musikerin. Beste Songs: „Fighting On The Wing“, „In Bloom“, „There’s Got To Be A Loser Babe“.
23. Amber & The Moon: Are We Alright?
Das mit dem ganz feinen Debütalbum gilt auch für die Hamburger Band Amber & The Moon. Ronja Pöhlmann und ihre Herren verzaubern mit filigranem und verträumtem Indie-Folk. Beste Songs: „Cavale“, „Summertime Silence“, „Where Everything Comes Together“.
24. Big Thief: Double Infinity
Die New Yorker sind nur noch zu dritt, aber immer noch superb. Beste Songs: „Los Angeles“, „All Night, All Day“, „How Could I Have Known“.
25. Roller Derby: When The Night Comes
Feinster Indie-Dream-Pop aus Hamburg von Roller Derby. Das Debütalbum „When The Night Comes“ lässt mit zehn Genre-Perlen aufhorchen. Beste Songs: „Dreams“, „Last Night“, „Goodbye“.




