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Ich bin in diesem Jahr nicht auf wirklich viele Alben gestoßen, die mich vom ersten bis zum letzten Song gefesselt haben. Dafür gab es wunderbare – auch späte – Überraschungs- und Zufallsfunde, einige ‚Wiederholungstäter‘. Und ein Kuriosum: ein Artist, dessen Werk schon in meiner Topliste aufgeführt war, flog zunächst wieder raus, als ich bemerkte, dass das Album aus dem letzten Jahr war und lediglich einen offiziellen Re-Release bekam. Im November dieses Jahr brachte ebenjener Artist dann aber schon das nächste Album heraus, welches ebenfalls in der Liste landete. Enttäuscht haben mich die neue Royel Otis-Platte (die für meinen Geschmack zu glatt-poppig ausgefallen ist), das Lemonheads-Werk “Love Chant“ (dem ich nach der starken ersten Single “Deep End“ zunächst gespannt entgegenfieberte) und die neuen Alben von Shame und Big Thief.
Garage-Sounds waren weiterhin überaus präsent. Power Pop und Post-Punk kamen vermehrt zurück, aber leider kreuzte nur eine starke Soul-Platte meinen Weg (sorry Eddie!). Experimentierfreudigkeit traf auf atmosphärische Dichte, Surreales auf Poesie. Aber lest und hört selbst …
1. Black Lips – Season Of The Peach
„… and you reach for the sky, but it’s an illusion.“ Jeff Clarkes surreal anmutendes Intro à la Orbison setzt zunächst da an, wo uns das lyncheske Rauschen von “The Concubine“ auf dem letzten Album entlassen hat. “Season Of The Peach“ kommt – im Hinblick auf die frühen Bandjahre, als auch auf die allgemeine Musikgeschichte – wie eine Retrospektive daher; allerdings stets gekleidet in das multiperspektivische Gewand des progressiv ausgerichteten Quintetts.
Das upbeatige “Zulu Saints“ nutzt die exotischen Klänge der sardischen Launeddas und Cole Alexanders Projektion einer irrwitzigen Fügung, um die Melancholie kurzzeitig zu durchbrechen. Beim Schreiben und der Umsetzung von “Tippy Tongue“ lebten die Black Lips – zuvorderst Rosow und Alexander – hörbar ihre Liebe zu Bubblegum Pop und dem Sound von 60’s Girl-Groups – wie The Ronettes und The Shangri-Las – aus. Der straight forward Punk-Track “Happy Days“ von Oakley Munson erinnert an die frühe New Yorker Punkszene.
„I always had an affinity for people who were naive in thinking they could crack into the mainstream, but weren’t aware of how off-kilter they were.” (Swilley) Diese Liebe für das Abseitige – inhaltlich wie formell – schlummert auch auf dem neuen Album stets unter der Oberfläche; bei “Sx Sx Sx Men“ und “Judas Pig“ schäumt sie hemmungslos über. “The real outliers don’t say that they’re outliers” (Munson) – sie sind es einfach, wie die Black Lips. (Beitragsbild: Black Lips by Cate Groubert)
Niemand verkörpert das Subgenre Alternative Country wie die Truppe um Karly Hartzman. Wer dachte, die Band sei mit der Vorgängerplatte “Rat Saw God“ bereits auf ihrem Zenit gelandet, der hat “Bleeds“ noch nicht gehört. Hartzman fiel erst nach den Aufnahmesessions auf, wie stark das Album mit der Trennung von Leadgitarrist MJ Lenderman und ihrem brüchigen persönlichen Körpergefühl verbunden ist. Daher lässt nicht nur der Titel an Dylans “Blood On The Tracks“ denken.
Konfrontation mit dem inneren Selbst, Schmerz und zerbrochene Liebe: vor allem die Tracks “Wound Up Here (By Holdin On)“, “Pick Up That Knife“ und “Wasp“ steigen ähnlich tief in die Seele der Frontfrau hinab wie es das Albumcover zu tun scheint. Hinzu kommt ein sensationelles Gespür für Harmonien und Songstrukturen. Sensible Verwebungen von Gitarren-, Bass- und Pedal-Steel-Lines dürfen – wie emotionale Zustände – in entsprechenden Momenten wieder (kurzzeitig) aufbrechen. Weitere meiner vielen Favorites dieses Albums: “Townies“, “Elderberry Wine“, “Phish Pepsi“ und “Bitter Everyday“.
3. Geese – Getting Killed
Wenn auch bereits vor der Veröffentlichung gehyped, ist das neue Album der Brooklyners ein Werk, das sich – im Gegensatz zum zugänglicheren Vorgänger “3D Country“ – vielen erst nach mehrmaligem Hören eröffnen wird. Mit einem geschrienen „There’s a bomb in my car!“ und Free Jazz-Attitüden beim Opener “Trinidad“ machen sie unmittelbar deutlich, dass sie sich in der Zwischenzeit nicht einer austauschbaren Popkultur ergeben haben, sondern hinsichtlich ihrer stetig steigenden Experimentierfreudigkeit ganz ihrer musikalischen Seele treu geblieben sind.
Auch wenn sich der Geese-Stil meist nur schwer vergleichen lässt, blitzen hier und da kleine Analogien auf. “Husbands“ kommt hinsichtlich seiner gemeinschaftlich handgemachten Down-To-Earth-Attitüde wie ein Track der “Exile On Main St.“-Platte daher, mit einer Spur Beirut. Auch bei den ersten Tönen meiner Favorites “Cobra“, “Islands Of Men“ und “Au Pays du Cocaine“ überlege ich jedes Mal aufs Neue, woher ich diese Klänge kenne; bis ich wieder realisieren muss, dass es nur Nuancen von Zach Condons Stimme sind, die sich mir zu erkennen geben. Der Rest bleibt ein wundersames New Yorker Labyrinth, in dem ich mich mit jedem Hörerlebnis ein wenig mehr verliere.
4. Ty Segall – Possession
He never stops! Den Plan eine Pause einzulegen verwarf der Kalifornier kurzerhand und kehrt nach den drei experimentierfreudigen Albumvorgängern mit einem eingängigen, wenn auch nicht minder ausdrucksstarken Power-Pop-Werk zurück. Der Sound des rastlosen Multitalents besticht erneut durch eine unbeirrbare Konsequenz auf allen Ebenen und ist gezeichnet von (s)einem ewig nach neuen Ideen suchenden, niemals satten Geist.
Der Opener “Shoplifter“ ist ein füllig-warmer Track, dessen Stimmlage und Gratwanderung zwischen Power- und Chamber Pop Paul McCartney in den Sinn ruft. Auch um seine Heimat macht Segall keine Geheimnisse: groovige 70’s Westcoast-Licks (ua. “Possession“) und die ironische Einreihung in eine Riege mythologisierender Songs (“Another California Song“) zeigen Kalifornien in all seiner Ambivalenz. “Buildings“ beschwört mit seinen orchestralen Experimenten eine rätsel- bis kammerartige Atmosphäre herauf, die auch vielen Songs von Sean Lennon zu eigen ist. Wie bei nahezu jedem Segall-Album ist der Geist David Bowies omnipräsent: in diesem Fall vor allem dessen Glam-Jahre bei “Shining“ und “The Big Day“. Und wie bei jeder Segall-Platte verlässt man auch dieses Hörerlebnis mit dem Gefühl er hätte nie etwas anderes gemacht.
5. Ghostwoman – Welcome To The Civilized World
„Das richtige Leben kann ja doch zuweilen ziemlich ermüdend und verwirrend sein. Wenn man aber Musik macht – oder überhaupt etwas aus nichts erschafft – dann fühlt sich das für einen Moment so an, als mache alles Sinn.“ Nachdem der kanadische Singer-Songwriter Evan Uschenko zunächst zwei Soloalben aufgenommen hatte, traf er auf die belgische Drummerin Ille van Dessel – eine kongeniale Symbiose in mehrfacher Hinsicht. Die nunmehr zweite Platte als Duo ist eine jener, die man mit Kopfhörern erleben sollte, um den überaus atmosphärischen Charakter in Gänze zu erfassen. Fuzzige 60’s Psych- und Blues-Riffs, effektlastige Vocals, zelluloide Weiten, düstere Surf- und Post-Punk-Vibes, The Jesus & Mary Chain und Lost Highway. Meine Favorites: die etwas aus der Reihe tanzende Indie-Pop-Single “Alive“, das filmische Herzstück “5 Gold Pieces“, die Grunge-Ballade “Dime a Dozen“, das psychedelische “Anhedonia“ und der Closing-Track “Who Are You?“.
„Wenn der Sound stimmt, dann fühlt sich das richtig an, aber erklären und absichtlich herbeiführen lässt sich das eigentlich nicht. Ich weiß also nicht, wonach ich suche, aber ich versuche, etwas zu finden. […] Als wir dann die Texte schrieben, mussten wir ein Thema wählen, das zum Ausdruck brachte, wie schwierig das Leben in unserer Welt für sensible Menschen heute eigentlich ist. […] Vielleicht haben wir unsere Texte also aus der Perspektive von jemandem geschrieben, der die Hoffnung verloren hat.“ (Uschenko)
6. Batbait – Working In The Garden
Die Züricher Band um Sandra Keller, Simona Bischof, Gianna Brühwiler und Alanah Rüttimann war für mich eine der wunderbaren Überraschungsentdeckungen dieses Jahr. Mutig und kompromisslos beginnt ihr zweites Album mit einem über siebenminütigen traumwandlerischen Track, der an die “Seventeen Seconds“-Platte von The Cure erinnert. Im Anschluss gibt es allerlei weitere Einflüsse zu entdecken: von Le Tigre (“Boys Club“ und “How Did My Apartment Get So Expensive“) über Sonic Youth (“Cotton Wool“) bis zu The Raincoats (“Spinning Skin Cells“). Die Verquickung von Poesie und Post-Punk lässt auch zwischenzeitlich immer wieder an zeitgenössische Bands wie Smile (aus Köln) denken. Trotzdem oder gerade aufgrund des umfänglichen musikalischen Bewusstseins ist dieses Album durchzogen von einer erfrischenden Experimentierfreude sowie einer eindrücklichen Konsequenz bezüglich der atmosphärischen Details. Der Übergang vom somnambulen “oOoOoOo“ zum electro-punkigen Kathrin-Hannah-Gedächtnis-Track “Soggy Shoes“ ist mit das Beste, was ich dieses Jahr gehört habe.
7. Water From Your Eyes – It’s A Beautiful Place
Shoegaze. Eine spacige Odyssee. My Bloody Valentine. Düstere Electro-Experimente. Ein Rückzugsort in turbulenten Zeiten. bar italia. Eine wilde Punknacht. Noblesse Oblige. Eine poetische Reise. All das vereint die neue Platte des ursprünglich aus Chicago stammenden Duos. Passend hierzu und im Hinblick darauf, dass viele Songideen aus früheren Sessions für dieses Album hervorgeholt wurden, vergleicht Leadsängerin Rachel Brown die Produktion mit einer „spannenden Expedition“, deren Follower sie letztlich nur waren. Begleitet haben mich vor allem der zwischen Nine Inch Nails, Rap und Shoegaze oszillierende Track “Life Signs“, der lässige 90’s-Indie-Song “Blood On The Dollar“ und die eno-esken, sphärisch bis bluesig mäandernden Interludes “You Don’t Believe in God?“ und “It’s a Beautiful Place“.
8. Fast Kids – Fast Kids Forever
Nach dem unvergessenen Album der Mystery Lights letztes Jahr legt der Leadsänger Mike Brandon mit einem neuen Soloprojekt nach. Es ist, als wolle er mit “Advice“ noch einen Übergang schaffen vom psychedelischen Garage der Lights hin zum Power Pop der neuen Platte – den 60’s/70’s bleibt er auch im neuen Gewand treu. So etwa beim zweiten Track “Too Busy Hatin‘ To Understand Love“ – welcher Sphären der Beach Boys öffnet – oder den troggs- bis easybeat-esken “Walk Out The Door“ und “Fear Of Tomorrow“.
Brandon spielte alle Instrumente selbst ein und zeichnete auch für die Background-Stimmen verantwortlich – beides in griffiger Pop’n’Roll-Manier. Punkige Zwischentöne – wie bei dem mit Henry Cluney Gedächtnis-Licks gespickten Titletrack “Fast Kids“ – verweisen auf ein weiteres für Brandon prägendes Genre. Das gefühlvolle “Turn Off The Lights“ ist mein persönliches Highlight der Platte; wollen wir hoffen, dass es keine versteckte Botschaft hinsichtlich einer ausstehenden Bandauflösung der Mystery Lights ist.
Ursprünglich ein Duo, hat sich die britische Band mittlerweile fest in ihrer fünfköpfigen Live-Besetzung formiert. Nach dem durchschlagenden Erfolg des ersten Albums wurde das zweite von Fans und Kritikern mit Spannung erwartet. Herausgekommen ist ein überaus diverses Indie-Rock-Album. Auf die A-Seite scheint die Band nahezu ausschließlich ihre Hits gepackt zu haben (wie ‚Catch These Fists‘, ‚Davina Mccall‘ und ‚Mangetout‘), während die B-Seite der Ort für zunächst unzugänglichere, doch nicht minder interessante Songs ist (wie der an Kim Gordon erinnernde Noise-Track ‚Pillow Talk‘ oder die gefühlte Nico-Hommage ’11:21′).
Ich frage mich, wie das Album klänge, wenn es sich näher an der organischen Analogcharakteristik der Live-Performances orientiert hätte? Ihre letzte KEXP-Session hat diese Frage in mir aufgerufen. Beim Album-Opener ‚CPR‘ benutzten die Frontfrauen Rhian Teasdale und Hester Chambers zwei mikrofonierte Handapparate, um das thematisierte Telefonat auch klanglich in den Song zu übertragen und Josh Mobaraki umspielte mit seiner Gitarre Teasdales Songline „How can you give me the chills?“, als laufe es allen sprichwörtlich kalt den Rücken runter. Zwei beispielhafte immersive Momente, die auf der Platte leider in den Hintergrund gerieten.
10. Annie And The Caldwells – Can’t Lose My (Soul)
Eine Familie aus Mississippi, die seit den 80er Jahren Gospel und Soul live in Kirchen spielt. David Byrne wurde nun auf sie aufmerksam und initiierte mit seinem Label Luaka Bop die Produktion dieses außergewöhnlichen Albums. Entstanden ist ein zeitloses Werk, das genreklassische Vocals mit biographisch geprägten Themen – zwischen Frauenschicksalen, Schmerz und Heilung – und generationsübergreifenden Rhythmen verbindet. Bei dem instrumental an Earth, Wind & Fire erinnernden Discokracher “Wrong“ übernimmt zunächst Tochter Deborah den Leadgesang, bevor der Stab an Annie selbst weitergereicht wird, die mit dem 10-minütigen Titletrack ein sinngewaltiges Soul-Epos ausbreitet. Diesem diversen Konzept bleibt das Album bis zum letzten Song treu. „Satan, you tried to drop a bomb on me.“ Wen es bei dem funk-lastigen “I Made It“ noch auf den Sitzen hält, dem sei eine andere Musikrichtung empfohlen.
11. Lawn Chair – You Want It! You Got It!
Flirrende Synthis. Fuzzige Gitarren. Sängerin Claudia Schlutius im Rausch; steigt wild tanzend auf die Theke und jede andere erreichbare Erhöhung im Raum. Eine organische Live-Power, die ihresgleichen sucht; deren raue Energie jedoch – mit Ausnahme der Electro-Punk-Ekstase “Come And Get It“ – auf dem Album durch eine eher glättende Produktion leider verloren gegangen ist. Sinnbildlich dafür kippt der Song “Waste Your Potential!“ nach einem an die Band Hole erinnernden Power Opening Riff in ein Luftloch. Hingegen profitieren die drei atmosphärischen und emotional aufgeladenen Closing Indie Tracks “War Machine“, “29 Palms“ und “Please Leave The Light On“ von der Isolation. Ein Album, das trotz liegengelassener Möglichkeiten durch unbeirrbare Vielfältigkeit und Individualität überzeugt.
12. Ingrids Enkel – lechayot valtet lechayot
Das freigeistige Projekt aus Stuttgart lässt NDW-angereicherte Vocals und Synthi-Beats auf postpunkige Atmosphären treffen. Nicht nur die sarkastischen bis sozialkritischen Texte, auch die Stimmlagen – live noch mehr – lassen immer wieder Rio Reiser aufleben (“Mach kaputt, was du nicht verstehst“). Neben letzterem sind meine Favoriten das düster-poetische “Gelsenkirchener Barock“, die in ihrer Kälte an Malaria! erinnernden Tracks “Verletzungen“ und “nicht wie ich“ und das wave-rythmische “Zuviel???“.
13. Escape-Ism – Charge Of The Love Brigade
Ian Svenonius ist zurück mit einem seiner vielen eigenwilligen Musikprojekte. Ursprünglich solo gestartet, ist mittlerweile der einstige Live-Support Sandi Denton fest mit im Boot. Das Duo schickt uns auf minimalistische Rock’n’Roll-Reisen, die eine Lässigkeit ausstrahlen, an die wohl seinerzeit nur Lou Reed herankam (ua. “Rebel Outlaw“, “Rock’n’Roll Man“ und “Beneath the Underground“).
„’Charge of the Love Brigade‘ proposes a reformation of the traditional notes and scales; an entirely new sound alphabet. […] The violent overthrow of musical conventions will lead to the reintegration of humanity into the natural order, the reordering of life itself into a cosmic congruity. This means the convention of time itself will be ended. Like so-called nature itself, the ESCAPE-ISM group is also on a loop.“ Eine progressive bis radikal-provokative Ansage, die dazu einlädt Musik wieder als das wahrzunehmen, was es im Ursprung ist: ein wundersamer Teil des Universums.
14. Horsegirl – Phonetics On And On
Nachdem sich die drei Musikerinnen bereits 2019 in der Chicagoer DIY-Szene begegnet waren, begannen sie zunächst mit Coverversionen des gemeinsamen Vorbilds Sonic Youth. Wenn auch nicht mehr ganz so präsent wie noch auf dem ersten Album vor drei Jahren, ist jener Einfluss auch auf dieser – von Cate Le Bon produzierten – Platte zu hören. Der Endpart von “Rock City“, bei dem der Gesang abrupt von einem experimentellen Glockenrhythmus unterbrochen wird, ruft die Klangekstase “The Burning Spear“ von der ersten Sonic Youth-EP wach.
Ansonsten setzt sich dieses Mal eher der zweite große Einfluss der Band durch: Yo La Tengo. Die sphärischen Indie-Folk-Klänge – bei “2468“ und “Frontrunner“ auch mit einer Spur Belle & Sebastian – und die hinsichtlich ihrer Zartheit an Georgia Hubley und Kimya Dawson erinnernden Stimmlagen gehen jedoch über ein reines Pastiche hinaus. Die Horsegirls bleiben sich ihrer selbst bewusst und scheuen sich nicht vor Egg-Punk-Einlagen (“Where’d You Go?“) oder Post-Punk-Kreuzungen (“Switch Over“).
15. Moonweather – Fall In The Void
Ganze fünf Jahre sind vergangen seit ihrem letzten Album. Erklärungen dafür findet das Quintett aus Cincinnati nicht nur in den aufwendigen instrumentalen Arrangements. „It reflects myriad start-and-stop moments for the band as life’s complications presented themselves.“ Oszillierend zwischen Indie Folk und Chamber Pop, erinnert das intime Werk an die Debütalben von Bon Iver, Grizzly Bear und The Clientele. Dichte Klanggefüge und hypnotische Vocal-Verschachtelungen erschaffen eigene kleine Räume, in denen man sich auch mal verlieren kann (“Fall In The Void“, “Caught Me By Surprise“, “Unfolded“). Aufgebrochen werden diese Welten lediglich durch verspielte, oft jazzige Einschübe (“Wave Runner“, “Knots“).
Weitere nennenswerte Alben:
16. Little Simz – Lotus
17. Shungu – Faith in the Unknown
18. Sex Beat – Crack
19. Sharp Pins – Balloon Balloon Balloon
20. Open Mike Eagle – Neighborhood Gods Unlimited
21. Rio Kosta – Unicorn
22. Everything Is Recorded – Temporary
23. Lifeguard – Ripped And Torn
24. False Lefty – Time Will Tell
25. Snapped Ankles – Hard Times Furious Dancing




