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17. Juli 2024Seit rund 50 Jahren fasziniert der virtuose Gitarren-Sound von Al Di Meola. Kann der Jazz-Fusion-Maestro auch mit dem Alterswerk „Twentyfour“ überzeugen?
von Werner Herpell
Als „Samen, der in den dunklen Zeiten von 2020 gesät wurde“, begann das Album „Twentyfour“ nach Auskunft seines Schöpfers, des meisterlichen Jazz-, Worldmusic- und Fusion-Gitarristen Al Di Meola. „Aber es blühte innerhalb der nächsten vier Jahre auf zu einem beschwingten Bukett musikalischen Ausdrucks, größer und schöner, als ich es mir je hätte vorstellen können. Was als echte Therapie-Übung während der Pandemie begann, entwickelte sich zu einem voll produzierten Kunstwerk. Es ist ein Zeugnis für die heilende und transformative Kraft der Musik.“
Ein Opus magnum des Spätwerks
Da äußert sich ein Künstler mächtig stolz zu seinem neuen
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Werk (über das normale PR-Sprech mit Eigenlob-Zitaten hinaus). Und stolz darf Al Di Meola, zweifellos vorher schon einer der wichtigsten, einflussreichsten Instrumentalisten des Jazz und darüber hinaus, auch sein im Fall von „Twentyfour“ – einer Platte, die den bald 70-Jährigen schon vom Titel her im Hier und Jetzt verortet. Nicht nur ist dieses Opus magnum im Spätwerk Di Meolas ein quantitativ eindrucksvolles Doppelalbum mit insgesamt 15 teilweise langen Stücken. Es ist auch rein qualitativ ein äußerst opulentes Gitarren-Jazz/Flamenco/Artrock-Juwel – virtuos komponiert, wunderbar instrumentiert und produktionstechnisch perfekt.
„Twentyfour“ sei angesichts der Transformation von akustischen Ursprüngen zu einer vollwertigen, komplexen Produktion mit teils orchestralen Arrangements „ein gigantischer Sprung in meiner Entwicklung“, sagt Al Di Meola. „Durch die Pandemie bin ich noch tiefer eingetaucht, als jemals zuvor mit meinem normalen Zeitplan möglich gewesen wäre.“
Al Di Meola weiterhin hochkreativ
Der am 22. Juli 1954 in New Jersey geborene US-Amerikaner mit italienischen Wurzeln komponierte nicht nur alle Stücke, sondern spielte auch akustische wie elektrische Gitarren sowie Percussion, Bass und Keyboards ein. Das Orchestra di Bellagio e del Lago di Como steuerte prächtige Streichersätze bei, etwa im formidablen Track „Ava’s Dance In The Moonlight“. Aber auch im Jazz ungewohntere Instrumente wie Harmonica, Tabla, Cajon oder Chatka Guitar integiert der Maestro in sein Klangbild. Und im melancholischen Lied „Eden“ ist die schöne Stimme von Ivan Lopez aka Siuxx zu hören.
Mit nunmehr 70 Jahren ist Al Di Meola also weiterhin hochkreativ – nach rund 50 Jahren einer großen Laufbahn, die für das Berklee-College-Jungtalent im Quintett von Barry Miles begann, in der legendären Fusion-Band Return To Forever mit Chick Corea und Stanley Clarke Mitte der 70er-Jahre weiterging und im ungemein erfolgreichen Trio-Live-Album „Friday Night In San Francisco“ (1981) mit Paco Di Lucia und John McLaughlin erstmals gipfelte. Die Gitarren- und Kompositions-Künste des Grammy-Gewinners finden nun auf einer reifen Platte ihren Ausdruck, die als ein weiterer Karriere-Höhepunkt Al Di Meolas gelten darf.
Das Doppelalbum „Twentyfour“ von Al Di Meola erscheint am 19.07.2024 bei earMUSIC. (Beitragsbild von Florian Grill)





