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21. März 2026Sie haben es wieder getan. Ziemlich genau ein Jahr nach ihrem grandiosen Konzert an selber Stelle, spielten ADHD erneut im Hamburger Nica Club.
Text von Sebastian Meißner, Fotos von Wanja Wiese
Fast auf den Tag genau ein Jahr nach ihrem letzten Besuch in Hamburg (Sounds & Books berichtete) spielten ADHD am 20.03.2026 erneut im Nica Club. Wie beeindruckend ihr letztes Konzert war, hat sich offenbar herumgesprochen. Der Club ist rappelvoll. Das Publikum wild gemischt. Ein neues Album hat das isländische Quartett inzwischen zwar nicht veröffentlicht (ihr neues, zehntes Album soll am Jahresende erscheinen). Und dennoch war diesmal wieder alles neu und anders. Was gleich geblieben ist: ADHD spielen zwei ca. einstündige Sets, dazwischen gibt es 15 Minuten Pause. Die Sets sind eher Collagen, in denen Saxofonist Óskar Guðjónsson, Gitarrist Ómar Guðjónsson, Pianist Thómas Jónsson und Drummer Magnús Trygvason Eliassen die Stücke in- und auseinandermorphen. Zu keiner Sekunde ist es still. Wie ein lebender Organismus entfaltet sich die Musik auf der Bühne.
ADHD vertonen, was anwesend ist
ADHD ist eine Band auf der permanenten Suche. Vier Musiker, die sich und dem Saal zuhören, um zu vertonen, was anwesend ist. Hier ist nichts auswendig gelernt und vorbereitet und wird aufgeführt. ADHD-Konzerte passieren einfach. Wahrscheinlich ist es das, was sie so beeindruckend macht. Denn auch als Publikum ist man aktiver Teil, durchlebt die Stimmungswechsel der Musik, verliert mit der Band die Orientierung, lässt los und fängt sich dann doch immer wieder in Stücken wie „Spessi“ oder „Sídasta Bragd Geira“. ADHD spielen Musik, die sich aus Jazz, Krautrock und Folk speist. Und Musik, die mit nichts da draußen wirklich vergleichbar ist. Als Zugabe spielen ADHD eine wunderbare Version „London Út“. Danach ist alles gesagt. Bitte nächstes Jahr wieder.
















