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Text und Fotos von Gérard Otremba
„Geil, geil, geil!“, sagte die Brezelverkäuferin. Mit diesem knallharten Statement hat sie das AC/DC-Konzert am 27.07.2024 auf dem Zeppelinfeld in Nürnberg verdammt gut zusammengefasst. Und das bereits während des vierten Songs „Shot Down In Flames“. Nachdem schon im Mai Gelsenkirchen, im Juni München und Dresden, und zuletzt der Hockenheimring sowie Stuttgart in den Genuss der Musik der 1973 in Australien gegründeten Rockband kamen, pilgerten nun 75 000 Fans in die Frankenmetropole, um Sänger Brian Johnson, die Gitarristen Angus und Stevie Young, Bassist Chris Chaney und Schlagzeuger Matt Laug auf ihrer Tour zum 2020 veröffentlichten und von Sounds & Books rezensierten Album „Power Up“ live zu erleben.
Angus Young und die Schuluniform
Keiner wird sein Kommen an diesem Abend, der um 19 Uhr mit einem 50-minütigen Gig der Support-Band The Pretty Reckless um Sängerin Taylor Momsen begann, bereut haben. Für dieses Riesenareal war der Sound auch in den letzten Reihen (und sogar außerhalb des Geländes) nicht nur nicht – wie es sich für ein AC/DC-Konzert gehört – sehr laut, sondern auch richtig gut. AC/DC und ihre Fans feierten 50 Jahre Rock’n’Roll und die (über)lebenden Rocklegenden Brian Johnson (Jahrgang 1947) und Angus Young (Jahrgang 1955) lieferten mit ihren noch recht „neuen“ Bandkollegen eine fulminante Hardrock-Show ab. Seit der 2017 verstorbene Malcolm Young und die langjährigen Bandmitglieder Cliff Williams (Bass) und Phil Rudd (Schlagzeug) nicht mehr dabei sind, konzentriert sich ein AC/DC-Auftritt noch mehr auf Gründungsmitglied Angus Young (nach wie vor mit seiner sinnbildhaften Schuluniform auftretend) und Sänger Brian Johnson.
Überragende AC/DC-Setlist
Young feuerte seine berühmten Riffs immer noch treffsicher in den Nürnberger Abendhimmel, während Johnson die Texte mit allerletzter Kraft herausquetschte, sein Shirt sehr schnell bei schwülwarmen Temperaturen über 20 Grad nass schwitzte und sich wie Bolle freute. Darüber, dass so viele Menschen immer noch völlig euphorisch auf den AC/DC-Rock abfahren und darüber, dass die Live-Maschinerie immer noch so gut funktioniert. Und was haben die Rockgiganten da für eine überragende Setlist am Start. Vom aktuellen, richtig guten Album „Power Up“ mit „Demon Fire“ und „Short In The Dark“ lediglich zwei Stücke, darüber hinaus eine Art Best-Of-Programm mit alten Hits am laufenden Band. „If You Got Blood (You’ve Got It)“ und „Back In Black“ gleich zu Beginn brachten die – häufig mit lustig blinkenden Teufelshörnern ausgestatteten – Fans gleich mal richtig in Stimmung, „Thunderstruck“ und „Hells Bells“ folgten nur wenig später.
AC/DC-Klassiker
Die AC/DC-Show war schon gar prächtig, die Fans bester Laune und das über zwei Stunden dauernde Konzert bot ein Füllhorn an großer Freude. Klassikern wie „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“, „High Voltage“ und „You Shook Me All Night Long“ kann man einfach nicht widerstehen. Und Songs wie „Highway To Hell“, „Whole Lotta Rosie“ und „Let There Be Rock“ sind wie gemalt für einen heißen Endspurt. Und den gab es mittels eines irren und langen Angus-Young-Solos, der das schon enthusiasmierte Publikum auch noch zum Staunen brachte. Den perfekten Abschluss eines großartigen Konzerts bildeten „T.N.T“ und „For Those To Rock“ mit Kanonenschlägen und allem, was dazu gehört. AC/DC bringen es immer noch. Möglicherweise ist es ihre letzte Tour, und wenn ja, kann man froh sein, dabei gewesen zu sein.








































