ABBA: Live At Wembley Arena – Album Review

ABBA: Live At Wembley Arena – Album Review

ABBA mit einem Live-Höhepunkt aus dem Jahr 1979

von Gérard Otremba

Natürlich wäre man gerne bei einem ABBA-Konzert Ende der 70er Jahre dabei gewesen. Die Gnade der späten Geburt hat dies verhindert. Wünscht man sich deswegen eine ABBA-Reunion? Im Gegensatz zum dringenden Verlangen, einmal Led Zeppelin live zu sehen, stehe ich einem ABBA-Reunion-Konzert eher skeptisch gegenüber. Denn gehören zu ABBA nicht nur all die wunderbaren Hits, sondern auch die skurrilen und schrill-bunten Outfits? Und kann sich irgendjemand vorstellen, Agnetha Fältskog, Ani-Frid Lyngstad, Benny Andersson und Björn Ulvaeus kleideten sich nochmal in jenen farbenfrohen, dem Disco-Hype der 70er geschuldeten Klamotten? Obwohl sich ABBA ja nie offiziell aufgelösten haben, ist ein Comeback der ehemaligen Superstars kaum vorstellbar. Und so hält man sich an den Veröffentlichungen damaliger Perlen. Nachdem zum 40. Geburtstag im April bereits die Deluxe Version von Waterloo erschienen ist, folgt nun mit ABBA Live At Wembley Arena ein weiteres Zeitzeugnis aus der von ABBA geprägten Ära. Das schwedische Quartett stand seit dem Sieg beim Grand Prix Eurovision de la Chanson im Jahre 1974 im Fokus und lieferte bis 1982 eine fast nur noch mit den Beatles vergleichbare Erfolgsstory.

Nummer-Eins-Singles auf allen aufgenommenen Longplayern und auch die dazugehörigen Alben fanden den Weg an die Spitze der weltweiten Musik-Charts. Auf der Doppel-CD ABBA Live At Wembley Arena ist das komplette Konzert vom 10. November 1979 enthalten, das selbstverständlich nicht ohne die bis dahin bekannten Hits auskommt. Die Setlist liest sich wie ein ABBA-Best-Of, von „Voulez-Vous“, „Knowing Me, Knowing You“, „Chiquitita“, „Money, Money, Money“ über „I Have A Dream“, „SOS“, „Fernando“ „The Name Of The Game“ bis hin zu „Summer Night City“, „Take A Chance On Me“ und dem Finale furioso mit „Dancing Queen“ und „Waterloo“ sind alle essentiellen Songs vertreten. Mit Agnetha Fältskogs Piano-Ballade „I’m Still Alive“ befindet sich ein auf den offiziellen Alben nicht veröffentlichter Song auf Live At Wembley Arena. Es war ein letzter großer Live-Höhepunkt von ABBA. Drei Jahre später folgten die ersten Soloplatten und der schleichende Bandsplit. Auf ein ABBA-Reunion-Konzert ginge ich trotzdem.

„ABBA Live At Wembley Arena“ erscheint am 26.09.2014 bei Polar Music / Universal Music.

 

Kommentare

  • Wolfgang Schulz

    Ich bin Jahrgang 1960, hörte in meinen Teenager-Jahren dies und jenes, kaufte mir 1974 rein zufällig die Single „Waterloo“ und fertig. Erst bei I Do, Ido, dachte ich :Moment Mal die kennst du doch?! So begann mich ABBA’s Karriere zu begeistern. Die bunten Kostüme waren grauenvoll, fanden aber auch ein schnelles Ende 1976 mit „Arrival“. ABBA wurde eleganter. Der Erfolg von ABBA lag damals als internationale Band , genau wie heute Helene Fischer, in der Vermittlung von Optimismus und Freude am Leben.
    „Live at Wembley “ ist sicherlich wesentlich besser, als schon die schlichtere Version von „ABBA-Live“ 1986, die Stimme von Agnetha in „As Good As New“ erscheint mir sehr dünn, genauso wie in „Voulez-Vous“ von den beiden Damen, und trotzdem sollte man dabei wissen, das ABBA ohne jegliches Playback gearbeitet haben , insofern nicht uneingeschränkt 5 Sterne. Freue mich auf Kommentare

  • Ist und bleibt irgendwie eine Konsens-Band… Egal was man sonst so alles hört, kenne ich nur wenige Leute, die ABBA richtig scheiße finden… Für eine reine Pop-Firma nicht schlecht…

    Grüße,

    miret
    33rpmPVC.de

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