Marcus King: El Dorado – Albumreview

Marcus King: El Dorado – Albumreview

Ein ziemlich makelloses Soul-Blues-Rock-Album von Marcus King

Man mag es natürlich immer noch nicht glauben, dass Marcus King gerade einmal 23 Jahre jung sein soll. Dermaßen abgeklärt und souverän wirkt das Songwriting des in South Carolina aufgewachsenen Musikers. Aber auch leidenschaftlich und sanftmütig. Genau die richtigen Voraussetzungen, wenn man Blues, Rock und Soul verknüpft. Nach drei Alben mit seiner 2013 gegründeten Marcus King Band, begibt sich der junge Gitarrenvirtuose nun mit „El Dorado“ erstmals auf Solopfade.

Mit Dan Auerbauch und weiteren Musikern an der Seite

Marcus King El Dorado Cover Fantasy Records

Neben dem sonst schon omnipräsenten Produzenten und The Black Keys-Frontmannes Dan Auerbach, der an allen Songs mitschrieb, standen King mit Pat McLaughlin, Ronnie Bowman, Paul Overstreeet und Bobby Wood weitere Songwriter sowie etliche Musiker für die im Easy Eye Studio in Nashville, Tennessee, durchgeführten Aufnahmen von „El Dorado“ zur Verfügung. Am Ende steht ein Ergebnis, das sich wahrlich hören lassen kann. Zwölf Tracks befinden sich auf der Platte, die mit „Young Man Dream“ beschaulich auf der akustischen beginnt. King singt von der Suche nach den Träumen seines 17-jährigen Ichs, Träume, die er immer noch sucht, und erst nach zwei Minuten Spielzeit setzen die anderen Musiker und weiblichen Backing Vocals zu einem getragenen Slomo-Blues ein. An Fahrt gewinnt das Album in „The Well“, das mit Kings beherzten Gitarrenläufen und der berstenden Dynamik punktet. Heavy Blues-Rock der ganz hohen Schule.

Das Multitalent Marcus King

Den orgelinfizierten Balladen-Soul-Blues beherrscht das Multitalent allerdings ebenso, wie „Wildflowers & Wine“ beweist, während das bei Sounds & Books als Song des Tages vorgestellte „One Day She’s Here“ vor zeitloser Eleganz nur so strotzt, Glockenspiel und Streicherarrangement inklusive. Marcus King hat wirklich die ganze Palette drauf. Der herzzerreißende Country-Soul von „Sweet Mariona“ stünde auch Ryan Adams gut zu Gesicht und das dezente, sehr auf Kings Stimme fokussierte „Beautiful Stranger“ zeugt von seiner Reife als Song-Texter und Sänger. Und so geht das stetig weiter auf „El Dorado“. Ob das den Dreck der Straße atmende „Say You Will“, das perkussiv-treibende „Turn It Up“, der harpunterstützte, legere Country-Roots-Rock von „Too Much Whiskey“, oder das romantische „Love Song“, für Marcus King alles ein scheinbar müheloses Unterfangen. Und so ist „El Dorado“ ein ziemlich makelloses Soul-Blues-Rock-Album geworden.

„El Dorado“ von Marcus King erscheint am 17.01.2020 bei Fantasy Records / Universal Music (Beitragsbild von Alysse Gafkjen).         

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