Dirk Darmstaedter: Strange Companions

Dirk Darmstaedter: Strange Companions

Der Hamburger Songwriter Dirk Darmstaedter und die intelligente Popmusik

In einem Interview mit Sounds & Books bezeichnete sich Dirk Darmstaedter vor zweieinhalb Jahren als „ein Verfechter von intelligenter Popmusik als Kunstform“. Immer auf der Suche nach Catchyness in seinem Songwriting, „aber nicht nur catchy“ solle ein Song sein, „es muss auch was hängenbleiben“, so Darmstaedters Worte. Intelligente Popmusik mit zahlreichen catchy Songs hat der Hamburger Musiker, der Teile seiner Jugend in Springsteen-Homeland New Jersey verbrachte, mit seiner Band The Jeremy Days  geschrieben. Davon konnten sich Fans beim Comeback-Konzert nach fast 25 Jahren Pause im Januar im Hamburger Docks überzeugen (eine Deutschland-Tour der Jeremy Days folgt im Herbst).

Dirk Darmstaedter auf den Spuren von Jon Hiatt

Dirk Darmstaedter Strange Companions Albumcover

In seinen Jahren nach dem Jeremy-Days-Split von 1996 hat es Darmstaedter immer wieder verstanden, ob auf Platten unter seinem Namen, oder unter dem Moniker Me And Cassity, die Catchyness mit klassischen Singer-Songwriter-Folk in Einklang zu bringen, zuletzt auf den Alben „Before We Leave“ und „Beautiful Criminals“. Ähnlich verhält es sich wieder auf seinem neuen Album „Strange Companions“. Zehn Songs hat Darmstaedter unter Mithilfe von Gitarrist David Rieken, Bassist Ben Schadow und  Schlagzeuger Lars Plogschties für die Platte aufgenommen. Zehn Songs im längst liebgewordenen Darmstaedter-Kosmos zwischen Americana und Singer-Songwriter-Pop. Mit der bei Sounds & Books bereits als Song des Tages vorgestellten Hamburg-Stadtteil-Hymne „Wilhelmsburg“ beginnt das Album und sofort verbreitet sich dieser typische Darmstaedter-Flow aus Entspanntheit und Leidenschaft, der seinen Kompositionen eine zeitlose Eleganz verleiht. Dirk Darmstaedters Musik auf „Strange Companions“ erinnert zeitweise immer häufiger an John Hiatt, nicht die schlechteste Reverenz.

Hohe Qualität

Und natürlich scheint auch der von Darmstaedter verehrte Lloyd Cole immer mal wieder durch, in „The Sea Bevor Us“ mit einem düsteren Unterton. Klassisches Singer-Songwritertum und Catchyness-Pop gelingt ihm in schönster Weise beim Titelsong „Strange Companions“. Ein aufmunterndes Pfeifen begleitet das durch seine Fröhlichkeit geprägte, ansteckende „Don’t Want To Feel Like Myself Tonite“, das vom sehnsüchtigen „Thirty Seconds“ abgelöst wird. Kein Song auf „Strange Companions“ fällt gegenüber den anderen qualitativ ab. Das flotte Rock’n’Roll-Stück „Deborah“ gefällt, das bläserverstärkte und majestätische „Love Will Find Me A Wheel“ sowieso und der abschließende, fast gespenstische Eighties-Indie-Rock bei „You Can Do Anything“ erst recht. Ja, so funktioniert sie, die intelligente Songwriter-Popmusik.

„Strange Companions“ von Dirk Darmstaedter erscheint am 16.08.2019 bei Beg Steal And Borrow Records / The Orchard. (Beitragsbild von Johnny Johnson)

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