Native Harrow: Happier Now – Albumreview

Native Harrow: Happier Now – Albumreview

Zeitlos schöne Folk-Rock-Musik von Native Harrow

50 Jahre nach dem legendären Woodstock Festival greifen Native Harrow den damaligen Folk-Rock auf. Sängerin und Gitarristin Devin Tuel sowie der Multiinstrumentalist Stephen Harms hätten mit ihren an den Laurel-Canyon-Sound orientierten Songs sehr gut in das Line-Up des berühmtesten Musikfestivals aller Zeiten gepasst. Devin Tuel ist gar in Upstate New York beheimatet, der Geist Woodstocks scheint sich nach wie vor auf und immer wieder auf nachfolgende Musikgenerationen zu übertragen. Das ist gut und schön so, denn „Happier Now“, das dritte Album von Native Narrow, ist ein Fest für alle, die Joni Mitchell und Crosby, Stills & Nash verehren. Höhere Weihen sind in diesem Genre nicht zu verteilen.

Devin Tuels wärmende Stimme

Native Harrow Happier Now Cover Loose Music

Aufgenommen und gemischt wurde das Album im Chicagos Reliable Recorders Studio von Alex Hall und co-produziert von Hall, Tuel und Harms. Während Devin Tuel konstatiert, dass die Welt um sie herum in den letzten Jahren immer wilder, lauter und erschreckender geworden sei, so sei die Musik für sie ein Ort der Sanftheit. „This album was my place to feel it all“, so Tuel über „Happier Now“. Mit ihrer weichen und wärmenden Stimme singt sie über das Gefühl der Unsicherheit in Jugendjahren („Can’t Go On Like This“), über die Schönheit Kaliforniens („Blue California“) oder der Sehnsucht nach reichlicher Stabilität („Way To Light“). Das fast siebenminütige „Way To Light“ beschließt das Album, ein majestätischer Song, der auch ein Höhepunkt auf diversen Alben von Laura Marling geworden wäre.

Native Harrow und die anmutige Ästhetik

Neun sehr zu Herzen gehende Tracks sind auf „Happier Now“ versammelt, die von Native Harrow zu anmutiger Ästhetik verwandelt werden. Akustische Gitarren überwiegen, mal erklingt die Elektrische mit kosmischen Psychedelic-Gewand („Can’t Go On Like This“), mal positioniert sich die Orgel („Something You Have“), mal setzen die Drums Akzente („Round And Round“). Über allen Songs indes schwebt die erträgliche Leichtigkeit der Melancholie. Und wie nebenbei gelingt Native Harrow mit „How You Do Things“ noch ein fluffiger und eingängiger Folk-Pop-Ohrwurm. Zeitlos schöne, höchst filigrane Folkmusik.

„Happier Now“ von Native Harrow ist am 02.08.2019 bei Loose Music / Rough Trade erschienen (Beitragsbild by Brenna Tuel).

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