Freya Ridings: Freya Ridings – Albumreview

Freya Ridings: Freya Ridings – Albumreview

Bewegende Balladen und schmissige Popsongs von Freya Ridings

Freya Ridings wählte einen anderen als den herkömmlichen Weg. Die Londoner Songwriterin begann ihre Musikkarriere mit zwei Live-Alben („Live At Pancras Old Church“, „Live At Omera“) in den Jahren 2017 und 2018, legte dieses Jahr noch eine EP nach und veröffentlicht erst jetzt ihr erstes Studioalbum. Längst hat sich Freya Ridings mit Auftritten u.a. auf dem Reeperbahn Festival (Sounds & Books berichtete) einen Namen gemacht. Ihre Single „Lost Without You“, bei Sounds & Books bereits mit dem Song des Tages dekoriert, sprang in den heimatlichen Charts in die Top-Ten und auch die Nachfolger „You Mean The World To Me“ und „Castles“ fanden Einlass in die britische Single-Hitparade.

Freya Ridings auf den Spuren von Adele

Freya Ridings Albumcover Island Universal Music

Das selbstbetitelte Debütalbum der 25-Jährigen enthält zwölf Songs, darunter auch fast alle bisher veröffentlichten Singles. Freya Ridings‘ großer Faustpfand ist natürlich ihre überragende Stimme, die, ähnlich wie ihre musikalische Ausrichtung, an Elisabeth Brüchner, alias Lilly Among Clouds, erinnert. Gefühlvolle Balladen und schmissige Popsongs stehen im Vordergrund der Agenda beider Musikerinnen. Balladesk beginnt der Opener „Poison“, entwickelt sich im Verlauf der vier Minuten zu einem pathetischen Drama, das wie ein Filmscore anmutet. Mit solchen Songs im Rücken folgt der Vergleich mit Adele fast zwangsläufig. Die Pianoballade „Lost Without You“ bewegt auch fast zwei Jahre nach der Single-Veröffentlichung immer noch sehr und das mit Streichern veredelte „You Mean The World To Me“ changiert zwischen Innigkeit und feierlichem Grandezza-Pathos.

Tränen der Ergriffenheit

Dazwischen hat Ridings „Castles“ platziert, ein herrlich euphorischer Mainstream-Pop-Song, der auf allen Radiosendern in Dauerschleife laufen müsste. Das mit U2 kokettierende „Love Is Fire“ hat ähnliches Potential und der Gospel-Soul von „Holy Water“ ist von mitreißendem und kathartischem Charakter. Anschließend versammelt die Sängerin ausschließlich höchst elegante, dahinfließende Balladen, die das eingeschlagene Niveau mühelos halten. Da könnten dann viele Tränen der Ergriffenheit zwischen „Blackout“ und dem Albumcloser „Wishbone“ fließen. Großartige Stimme, schöne Songs. Ein feiner Auftakt der Studioalbumkarriere von Freya Ridings.

Das selbstbetitelte Debütalbum von Freya Ridings erscheint am 19.07.2019 bei Island / Universal Music. (Beitragsbild von Gérard Otremba)

Kommentar schreiben

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.