The National live in Hamburg 2019 – Konzertreview

The National live in Hamburg 2019 – Konzertreview

Zwei Stunden The National im Hamburger Stadtpark

Auf ihrer Tour zum neuen, auch bei Sounds & Books besprochenen Album „I Am Easy To Find“, machten The National am 16.07.2019 wieder einmal im Hamburger Stadtpark Halt, wo sie zuletzt vor fünf Jahren auftraten. Matt Berninger, die Brüderpaare Bryce und Aaron Dessner und Scott und Bryan Devendorf sowie fünf Musiker als Verstärkung, darunter die Sängerinnen Gail Ann Dorsey und Mina Tindle, sorgten für einen weiteren Höhepunkt der diesjährigen Stadtpark-Open-Air-Saison, die bereits mit Konzerten u.a. von Element Of Crime, Van Morrison, Midnight Oil und Weezer aufwarten konnte.

Adia Victoria als Support

An diesem herbstlichen, aber trockenen Juli-Abend eröffnete Adia Victoria mit ihrer Band das Programm in der Open-Air-Arena. Der 32-jährigen aus Nashville, die im Februar ihr zweites, von Aaron Dessner produziertes Album „Silence“ veröffentlichte, gelang mit ihrer aus Gothic-Blues, Rock und Soul gespeisten Musik das perfekte Vorprogramm für The National. Zahlreiche Besucher des seit Wochen ausverkauften Konzertes waren bei Adia Victoria schon zugegen, bevor The National nach einer halben Stunde Pause lässig und entspannt um 20 Uhr die Bühne betraten. Die Bühne, auf der Weezer vor zwölf Tagen noch die Gesetze einer Tournee durchbrachen und trotz aktuellem Album keine neuen Songs spielten.

Matt Berningers Fannähe

The National stellten die Gesetzmäßigkeiten wieder her. Elf Songs des neuen Albums „I Am Easy To Find“ standen auf der Setlist des zweistündigen Auftritts der Indie-Rock-Band aus Brooklyn. Dementsprechend gehörten die ersten Minuten mit „You Had Your Soul With You“, „Quiet Light“, „The Pull Of You“ und „Hey Rosey“ aktuellem Material. Bei einem The National-Konzert konzentriert sich viel auf den charismatischen Sänger Matt Berninger, der sich, wie üblich, seinen Gang durch das Publikum nicht nehmen ließ, diesmal während der Zugabe „Mr November“, häufig die Fans in der ersten Reihe abklatschte, Selfies machte oder mit ihnen mit einem Bier anstieß. Die Stimmung war vom ersten Ton an gut und die Band fand eine bessere Laut-Leise-Balance in der Anordnung ihrer Stücke auf der Setlist als noch 2017 beim Auftritt in der Elbphilharmonie.

Die The National-Konzerthighlights

Neben den obligatorischen The-National-Konzert-Highlights wie „Don’t Swallow The Cap“, „Bloodbuzz Ohio“, „Day I Die“ oder „Terrible Love“, überzeugten an diesem Abend besonders „Where Is Her Head“, „The System Only Dreams In Total Darkness“ und „Graceless“. Ebenso beeindruckten Balladen wie das bläserunterstützte „Fake Empire“, das elegische „Not In Kansas“ und das innige „Light Years“. Spätestens am Ende, beim von den meisten Anwesenden dezent und andächtig intonierten „Vanderlyle Crybaby Geeks“, Matt Berninger diente nur noch als Taktgeber und Fanflüsterer, waren alle verzaubert. Es muss nicht wieder vier Jahre bis zum nächsten The National-Konzert im Stadtpark dauern.

Kommentare

  • <cite class="fn">Sabine</cite>

    Ja ich kann dich verstehen, das war mein erstes stadtpark Konzert und für den preis hätte ich auch mehr erwartet. Teilweise waren die Gespräche des Publikums lauter als die musik. Ich bin kein so großer Fan von the National, sondern eher aus Neugierde da gewesen. Das Mikro vom Gesang war einfach viel zu leise. Der Sänger wirkte zeitweise auch durch den schlechten Sound nicht wirklich anwesend. Ich werde keine weiteren stadtpark Konzerte mehr besuchen.

  • <cite class="fn">Florian Ostmann</cite>

    Habe hier tatsächlich nur reingeklickt, um herauszufinden, ob noch mehr Leute schockiert ob der Stimmung waren! Ca. mein 6./7. National-Konzert und so ein langweiliges (und mutmaßlich gelangweiltes) Publikum habe ich noch nie erlebt! Fand ich richtig krass!

  • <cite class="fn">Tobias</cite>

    Matt Berninger hat in den ersten zwei Liedern keinen Ton getroffen und wirkte sturzbetrunken, dazu war der Sound katastrophal.
    Dementsprechend war die Stimmung im Publikum.
    Danach fing er sich, wie auch der Soundtechniker und es wurde wirklich ein sehr gutes Konzert.

    • <cite class="fn">Astrid</cite>

      Das sehe ich auch so.
      Dieses Konzert war tatsächlich das schlechteste, was in diesem Jahr gesehen habe (Es waren schon 22 bislang).
      In der Elphi gefielen mir The National bei weitem besser.

  • <cite class="fn">tom</cite>

    Doch, war sie. Sogar sehr gut. Um mich herum haben die Leute durchgehend mitgesungen. Der Konzertbericht ist absolut zutreffend

    • <cite class="fn">Julia</cite>

      Interessant, wie unterschiedlich die Wahrnehmungen da sind. Dann haben wir (trotz mehrmaliger Standortwechsel) wohl nicht am richtigen Platz gestanden. Schade. Wir waren in unserer Ecke jedenfalls die einzigen, die zb. bei Vanderlyle Crybaby… mitgesungen haben. Um uns rum war es SEHR andächtig…

  • <cite class="fn">Julia</cite>

    Wirklich, die Stimmung war vom ersten Ton an gut? Ich fand sie schrecklich! Ich liebe die Musik aber gestern ist der Funke zum Publikum meiner Meinung nach nicht übergesprungen.

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