Nick Garrie: The Nightmare Of J.B. Stanislas

Nick Garrie: The Nightmare Of J.B. Stanislas

Re-Issue des 50 Jahre alten Meisterwerks von Nick Garrie

Nun gibt es endgültig keine Ausreden mehr. Mit der Wiederveröffentlichung des kultigen Albums „The Nightmare Of J.B. Stanislas“ von Nick Garrie bei Tapete Records erhält die Welt zum dritten Mal die Gelegenheit, eine viel zu wenig beachtete Platte erneut zu goutieren. Okay, der erste Versuch von 50 Jahren schlug mehr oder weniger fehl, denn nachdem sich Garries Labelchef das Leben nahm, erschien nur eine Anzahl von circa 100 Exemplaren des in Paris aufgenommenen Albums auf dem Markt. Der 1949 im britischen North Yorkshire geborene Songwriter kümmerte sich fortan wenig um seine Musikkarriere, beendete sein Studium, arbeitete als Lehrer und brachte 1976 als Nick Hamilton – dem Mädchennamen seiner Mutter – ein ebenfalls nicht groß beachtetes nächstes Album heraus.

Bekannte Nick Garrie-Fans

Nick Garrie The Nightmare Of JB Stanislas Albumcover Tapete Records

Zwei weitere unter diesem Pseudonym veröffentlichte Platten folgten in den 90er- und frühen Nuller-Jahren. Die wenigen Original-Aufnahmen erzielten währenddessen bei Online-Aktionen enorm hohe Preise. 2005 folgte die erste Neuveröffentlichung und Bands wie Belle & Sebastian, Teenage Fanclub, Wilco, Camera Obscura oder BMX Bandits outeten sich als Fans von Garries Werk. Jetzt sorgt das Hamburger Label Tapete Records, das 2017 Nick Garries jüngstes Album „The Moon And The Village“ veröffentlicht hat, für weitere Aufmerksamkeit und Anerkennung, die das Debütalbum Garries zweifellos verdient. Neben des der Songs des Albums sind noch die Single „Queen Of Spades“ samt B-Seite „Close Your Eyes“ sowie diverse Demo-Tracks auf „The Nightmare Of J.B. Stanislas“ zu finden. Ausführliche Liner-Notes des Musikjournalisten Robert Rotifer, inklusive Track-by-Track-Vorstellung, vervollständigen die auf CD und Doppel-Vinyl herausgebrachte Veröffentlichung.

Ein Wunderwerk des Barock-Rock- und Folk-Pop

Matt Garries „The Nightmare Of J. B. Stanislas“ ist der Missing Link zwischen Beatles, Nick Drake, Scott Walker, Tim Buckley, Phil Spector und Van Dyke Parks. Nick Garrie sprach sin zunächst gegen die Aufnahmen mit einem Orchester aus, wurde jedoch von Produzent Eddie Vartan überstimmt. Und so entstand ein Wunderwerk des Barock-Rock, Soft-Rock und Folk-Pop mit Einflüssen aus dem French-Pop der Sixties. Die groß angelegte Walker-Grandezza beim Titeltrack, die liebreizende Verspieltheit von „Can I Stay With You“, ohne die die Musik eines Adam Green nicht denkbar wäre, das Beatles-swingende „Bungles Tours“, der Psychedelic-Pop von „In Pot Eyes“, der Leichtigkeit von „Little Bird“, die Traurigkeit von „Deeper Tones Of Blues“: Hier fallen Anmut, Schönheit und perfekte Arrangements zusammen. Die nächste Liste mit den besten Alben aller Zeiten sollte neu überdacht werden. „The Nightmare Of J.B. Stanislas“ ist ein ernsthafter Kandidat.

„The Nightmare Of J.B. Stanislas“ von Nick Garrie ist am 28.06.2019 in einer Re-Issue-Ausgabe als CD und Doppel-Vinyl bei Tapete Records erschienen (Beitragsbild: Pressefoto).

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