Avishai Cohen: Arvoles – Albumreview

Avishai Cohen: Arvoles – Albumreview

Avishai Cohen geht ins Risiko

Andere hätten die Erfolgswelle geritten. Einfach mit dem weitergemacht, was sie ins Rampenlicht geschoben hat. Nicht so Avishai Cohen. Der Bassist und Komponist, der 2017 auf seinem Album „1970“ eine Annäherung an den Pop vornahm und damit ein breiteres Publikum gewinnen konnte, geht lieber ins Risiko. Sein neues Werk „Arvoles“ ist ein anspruchsvolles Album, das den Hörer fordert, ihn konfrontiert und es ihm nicht immer leicht macht. Dafür belohnt es ihn mit unerhörter Musik, Tiefgang und einer inspirierenden Entdeckerlust.

Avishai Cohen mixt diverse Einflüsse

Avishai Cohen Arvoles Cover Razdaz Records

Bemerkenswert ist an „Arvoles“ vor allem die Symbiose aus verschiedenen Stilen und Einflüssen. Im Titelsong Kammermusik, in „Elchinov“ afrokaribische Rhythmen, in „New York 90’s“ Hip Hop, in „Wings“ Big Band-Swing: Cohen hat sich in verschiedensten Realen bedient und mischt alles zu einem geistreichen neuen Sound. Aber es sind nicht nur der Stilmlix, es ist auch das Spiel selbst, das sich entwickelt hat. „Der Grundgedanke hinter den Aufnahmen war, mehr durch weniger zu erzählen“, beschreibt Cohen die Arbeitsweise zum neuen Album. Und in der Tat: Im Trio mit Drummer Noam David aus Israel und Pianist Elchen Shirinov – beides langjährige Tour-Begeleiter Cohens – sowie Posaunist Björn Samuelsson und Querflötist Anders Hagberg wagt Cohen auch Mut zur Lücke. Er lässt die Stücke atmen und ein Eigenleben entwickeln. „Hört man sich das letzte und das neue Album hintereinander an, bekommt man ein ganz gutes Gespür dafür, wer ich als Typ bin“ sagte Cohen neulich in einem Interview. Er muss ein feiner Kerl sein.

„Arvoles“ von Avishai Cohen ist am 07.06.2019 bei Razdaz Recordz/ Rykodisc / Warner Music erschienen (Beitragsbild: Albumcover).

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