Neil Young: Tuscaloosa – Albumreview

Neil Young: Tuscaloosa – Albumreview

Monumentaler Neil Young-Live-Mitschnitt aus dem Jahr 1973

In regelmäßigen Abständen erlaubt uns Neil Young einen Einblick in sein scheinbar unerschöpfliches Archiv. Zuletzt erschien 2017 das bei Sounds & Books rezensierte Album „Hitchhiker“ mit Solo-Live-Aufnahmen einer Session aus dem Jahr 1976. Bei Youngs neuester Ausgrabung „Tuscaloosa“ handelt es sich um einen Live-Mitschnitt vom 05.02.1973 an der University of Alabama in Tuscaloosa. Insgesamt spielte der kanadische Songwriter 15 Songs an diesem Abend, elf davon schafften es nun auf das Album. Begleitet wurde er dabei von den Stray Gators, die schon bei den Aufnahmen zu seinem ein Jahr zuvor veröffentlichten Megaseller „Harvest“ für den unnachahmlichen Country-Rock-Sound verantwortlich waren.

Das Harvest-Material

Neil Young Tuscaloosa Albumcover Reprise Records

„Harvest“ stellt mit fünf Songs auch den Löwenanteil von „Tuscaloosa“, perfekt von Neil Young, Bassist Tim Drummond, Schlagzeuger Kenny Buttrey, Pianist Jack Nietzsche sowie Ben Keith an der Steel-Gitarre in Szene gesetzt. Eine spektakuläre Aufnahme, von Neil Young selbst und Elliot Mazor unter Verwendung der originalen analogen Bänder produziert. Zu Beginn von „Tuscaloosa“ schaut Young mit einer berührenden Version von „Here We Are In The Years“ zurück auf sein selbstbetiteltes Debütalbum von 1968. Anschließend folgt eine ergreifende Fassung seines Klassikers „After The Gold Rush“, bevor mit „Out On The Weekend“, „Harvest“, „Old Man“ und „Heart Of Gold“ ein „Harvest“-Viererpack der Extraklasse wie ein in Stein gemeißeltes Monument auf uns wartet (später steht noch „Alabama“ auf dem Programm).

Neil Young in Bestform

Eine vielleicht auch erwartbare Klasse und Songauswahl, die Überraschungen indes reihen sich danach ein. Denn mit „Lookout Joe“ und „New Mama“ präsentierten Neil Young und The Stray Gators dem Publikum zwei Songs, die erst 1975 auf „Tonight’s The Night“ in Plattenformat erscheinen sollten. Bis zu diesem Zeitpunkt ebenfalls noch nicht auf Vinyl gebannt waren „Times Fade Away“ sowie „Don’t Be Denied“, die beide später im Jahr auf dem Live-Album „Time Fades Away“ der Plattenkäuferschicht zugänglich gemacht werden sollten. Im Titeltrack tobt sich Young auf der Elektrischen aus und singt wie ein Getriebener. „Don’t Be Denied“ strecken Young und seine Stray Gators auf acht Minuten und keine Sekunde davon verschenkt. Zwei herausragende Songs von „Tuscaloosa“, auf dem sich elf Highlights tummeln. Neil Young in Bestform.

„Tuscaloosa“ von Neil Young erscheint am 07.05.2019 bei Reprise Records / Warner Music (Beitragsbild: Albumcover).

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