Honeyblood: In Plain Sight – Albumreview

Honeyblood: In Plain Sight – Albumreview

Alternative-Rock, neue Sounds und ein sensationeller Indie-Hit von Honeyblood

Honeyblood wurde ursprünglich 2012 in Duobesetzung von Sängerin, Songwriterin und Gitarristin Stina Tweeddale und Schlagzeugerin Shona McVicar im schottischen Glasgow gegründet, doch verabschiedete sich McVicar bereits nach zwei Jahren und wurde durch Cat Myers ersetzt. Zwei Alben später verfolgt Myers andere Pläne (u.a. Drummerin bei Mogwai) und Stina Tweeddale führt Honeyblood als Soloprojekt weiter. Unter der Regie von Indie-Star-Produzent John Congleton (Sharon Van Etten, Angel Olsen, St. Vincent)  entstand nun das dritte Honeyblood-Album „In Plain Sight“.

Honeyblood im Garbage-Modus

Honeyblood In Plain Sight Cover Marathon Artists

Die Platte wurde in einer Neun-Tage-Session in Congletons Studio in Los Angeles um Halloween 2018 herum aufgenommen und befreit vom bisherigen Gitarre-Schlagzeug-Format konnte sich Stina Tweeddale auf neue Sounds einlassen. „Jede Bewegung, jeder Song, mit allem, was ich auf diesem Album getan habe, betrat ich neues Territorium“, kommentiert sie den Aufnahmeprozess eines sich thematisch auf mysteriöse Weise mit Illusion und Täuschung, Fiktion und Fakten auseinandersetzenden Albums. Und so spart Honeyblood nicht an düsteren Synthies im an New Wave und Depeche Mode orientierten „Touch“, und verbreitet Untergangsstimmung im mit fies-verzerrten Gitarren gespickten Alternative-Doom-Rock-Track „Take The Wheel“. In schreienden Riot-Grrl-Modus verfällt Stina Tweeddale bei „Gibberish“ und an beste Garbage-Zeiten orientieren sich das angriffslustige „A Kiss From The Devil“ sowie der Balladen-Shuffle von „Twisting The Aces“.

Ein sensationeller Indie-Hit

Zum besten und eingängigsten Song entwickelt sich der bei Sounds & Books bereits als Song des Tages vorgestellte Track „The Third Degree“, wo Sixties-Girl-Pop auf Punkrock trifft und der euphorisch geschmetterte Chorus „No, no drama drama baby / It used to be all about you“ dem Song hymnischen Charakter verleiht. Wow! Wer sich hier nicht mitreißen lässt, verpasst einen sensationellen Indie-Hit. An das Alternative-Rock-Duo Blood Red Shoes indes erinnert der impulsive  Albumopener „She‘s A Nightmare“. Stina Tweeddale bestreitet als Songwriterin neue Wege und beendet das abwechslungsreiche neue Honeyblood-Album gar mit dem Pianostück „Harmless“. Gut gemacht.

„In Plain Sight“ von Honeyblood erscheint am 24.05.2019 bei Marathon Artists. (Beitragsbild by Marieke Macklon)

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