The National: I Am Easy To Find – Albumreview

The National: I Am Easy To Find – Albumreview

Ein The National-Highlight mit zahlreichen Gastsängerinnen

So schnell kann es gehen. Ursprünglich stand nach der Veröffentlichung des letzten, auch bei und besprochenen Albums „Sleep Well Beast“ sowie der anschließenden Tour, die The National u.a. in die Elbphilharmonie nach Hamburg verschlug (Sounds & Books berichtete), erst einmal eine wohlverdiente Pause an. Eine Mail des Oscar-nominierten Regisseurs Mike Mills („Jahrhundertfrauen“, „Beginners“) an Sänger und Frontmann Matt Berninger mit der Bitte um Zusammenarbeit änderte die Pläne. Das Ergebnis der Kollaboration heißt „I Am Easy To Find“, ein 24-minütiger Kurzfilm von Mills mit Oscar-Gewinnerin Alicia Vikander in der Hauptrolle, sowie „I Am Easy To Find“, das 68-minütige neue Album von The National.

The National setzen auf Elektronik und Streicherarrangements

The National I Am Easy To Find Albumcover 4AD

Sechzehn Songs sind auf dem achten Studioalbum der New Yorker Band zu finden, darunter drei vom Brooklyn Youth Chorus vorgetragene Interlude-Stücke. Fast etwas zu lang geraten, doch gibt es kaum Filler auf dem Longplayer. Es herrscht eine fast durchgehend melancholische und andächtige Atmosphäre auf „I Am Easy To Find“. Den Elektronik-Spielereien setzen Berninger, Aaron Dessner, Bryce Dessner, Bryan Devendorf und Scott Devendorf grazile Streicherarrangements und Gastsängerinnen entgegen und lediglich bei zwei Stücken, dem perkussiven „Quiet Light“ und der das Album abschließenden Pianoballade „Light Years“ singt Matt Berninger solo und erfährt Verstärkung durch weibliche Backing Vocals. Getragen wird das Album indes durch die zauberhaften Duette.

Die Gastsängerinnen

Im schwermütigen „Roman Holiday“ weiß Berninger die ehemalige David Bowie-Bassistin Gail Ann Dorsey an seiner Seite, die auch im an dieser Stelle als Song des Tages vorgestellten, herrlich vorwärtsstolpernden Vorabtrack „You Had Your Soul With You“ zur Geltung kam und das feierliche „Hey Rosie“ ebenfalls intoniert. Im schmachtenden „Oblivions“ begleitet Berninger Mina Tindle, im euphorischen „Where Is Her Head“ Eve Owen, und im zärtlichen Titeltrack „I Am Easy To Find“ Kate Stables von This Is The Kit, die den Gesangspart auch beim hymnischen wie artifiziellen „Rylan“ übernimmt. Im berührenden wie aufbrausend-dramatischen „The Pull Of You“ sind es mit Lisa Hannigan und Sharon Van Etten dann gleich zwei Gastsängerinnen, die den Song gesanglich veredeln. Es gibt zahlreiche Passagen auf „I Am Easy To Find“, die The National wesentlich näher an die Kollegen von Tindersticks rücken, als es bisher der Fall war, was entschieden für Matt Berninger & Co. spricht. Auf jeden Fall zählt das Album zu einem Höhepunkt in der Karriere von The National.

„I Am Easy To Find“ von The National erscheint am 17.05.2019 bei 4AD / Beggars (Beitragsbild von Graham McIndoe).

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