The Cranberries: In The End – Albumreview

The Cranberries: In The End – Albumreview

The Cranberries zum letzten Mal mit Sängerin Dolores O’Riordan

Es war ein Schock, zweifellos. Als Dolores O’Riordan im Januar 2018 unerwartet im Alter von nur 46 Jahren verstarb, ging mit ihrem Tod auch die Karriere ihrer Band The Cranberries zu Ende. Umso bedauerlicher, da sich die irische Band just auf einem guten Weg zu einem vernünftigen Comeback befand. In den 90ern debütierte das Quartett aus Limerick mit feinstem Indie-Pop auf „Everybody Else Is Doing It, So Why Can’t We?“, eroberte den Mainstream mit ihrem Überhit „Zombie“ und dem dazugehörigem Album „No Need To Argue“, löste sich 2003 auf und fand 2009 wieder zusammen. Dolores O’Riordans private Probleme und Schicksalsschläge (Scheidung, Trennung von den Kindern, eine bipolare Störung) machten eine kontinuierlichere und enger getaktete Wiederaufnahme der Bandarbeit wahrscheinlich nicht möglich.

The Cranberries und der Anfang vom Ende

The Cranberries In The End Cover BMG

Nach dem Album „Roses“ von 2012 vergingen  erneut fünf Jahre, bevor The Cranberries auf „Something Else“ altes Repertoire im neuen Gewand einspielten. O’Riordan schien ihre Dämonen im Griff zu haben (und letztendlich ist ihr Tod durch Ertrinken in der Badewanne unter Alkoholeinfluss als Unfall zu den Akten gelegt worden), als sie die Vocals der Demo-Tapes für das neue Studio-Album „In The End“ einsang. Zunächst war nach ihrem tragischen Tod nicht klar, ob die verbliebenen Bandkollegen Noel und Mike Hogan sowie Fergal Lawler das Album beenden würden. Schließlich hielten sie es aber für die beste Lösung, sie mit dem Longplayer bestmöglich  zu würdigen. Eine weise Entscheidung, hält „In The End“ einige beeindruckende The Cranberries-Songs parat. Das bei Sounds & Books bereits als Song des Tages vorgestellte „All Over Now“ eröffnet den Reigen der elf neuen Songs und sofort fühlt man sich um ein Vierteljahrhundert in die Anfangsphase der Band zurückversetzt, als sie mit „Linger“ und „Dreams“ durchstartete.

Die Stimme von Dolores O’Riordan

Weitere Highlights finden sich im ebenfalls radiokompatiblen „Wake Me When It’s Over“, in der mit Streichern veredelten Ballade „Lost“, in den liebreizend-melancholischen Indie-Dream-Pop-Songs „Got It“ und „Illusion“ und im schwermütigen „In The End“. In einigen Liedern behandelt Dolores O’Riordan unbequeme Themen wie häusliche Gewalt, Einsamkeit und Desillusion, aber auch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft mit ihren Kindern. Es sind Songs voll von traumhaft schönen Melodien und zum letzten Mal mit der zauberhaften Stimme von Dolores O’Riordan. Wir sollten diese würdevolle Abschiedsvorstellung genießen.

„In The End“ von The Cranberries erscheint am 26.04.2019 bei BMG (Beitragsbild: Albumcover).

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